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Medizinserie: Gesundheit – Der besondere Fall Teil 43

Wie ein innovatives Kunstherz Leben rettet

FOTO: LR / Katrin Janetzko

Cottbus. In unserer Serie „Der besondere Fall“ erzählen wir von außergewöhnlichen Schicksalen, Diagnosen und medizinischen Wegen. Der 43. besondere Fall kommt aus dem Sana-Herzzentrum.

In Deutschland, wo die Bereitschaft, Organe zu spenden, sehr gering und die Wartezeit für Patienten dementsprechend lang ist, sind Kunstherzen eine echte Alternative. Davon ist Prof. Dr. Dirk Fritzsche, Chefarzt der Herzchirurgie und Ärztlicher Direktor am Sana-Herzzentrum Cottbus, überzeugt. „Die Erfahrungen zeigen, dass sich die Prognosen für Patienten mit einer künstlichen Pumpe denen nach einer Organtransplantation immer weiter angleichen. Bei dem steten Fortschritt der technischen Entwicklungen in diesem Bereich wird es in naher Zukunft so sein, dass die Implantation eines Kunstherzens der Transplantation eines Spenderorgans vorzuziehen ist.“

Der 61-jährigen Christine Herkner aus Hoyerswerda hat das mechanische System das Leben gerettet. Zu lang ist die Warteliste für ein Spenderorgan. Im vergangenen Sommer wurde ihr deshalb im Sana-Herzzentrum Cottbus ein LVAD – ein Links-Ventrikuläres Assist Devices, also ein Linksherzunterstützungssystem – implantiert. „Frau Herkner ist unsere erste Patientin, bei der wir diese neue Generation der Kunstherzen eingesetzt haben. Wir freuen uns sehr, dass es ihr so gut geht“, sagt Prof. Dr. Dirk Fritzsche nach der jüngsten Kontrolluntersuchung in der Spezialklinik. „Das ist Verdienst aller Mitarbeiter – vom OP über die Pflege bis hin zur Physiotherapie.“ Gemeinsam mit einem OP-Team, zu dem auch der Leiter der Kardiotechnik, Hagen Weise, gehört, hat er den Eingriff vorgenommen. „Eine Teamleistung von Herzchirurgie und Kardiotechnik, die nur Hand in Hand funktionieren kann“, so der Chefarzt. Der Kardiotechniker ergänzt: „Das neue Pumpensystem ist für den langfristigen Einsatz gedacht. Während es noch vor einigen Jahren darum ging, die Wartezeit bis zur Transplantation zu überbrücken, wird das Kunstherz immer mehr als Dauertherapie verstanden.“

Dabei ersetzt das künstliche Herz nicht das erkrankte Organ, sondern es unterstützt dessen Arbeit. „Das System wird direkt mit der linken Herzkammer verbunden und übernimmt fast vollständig deren Funktion. Über eine Gefäßprothese aus Kunststoff wird das Blut aus dem Kunstherz in die Hauptschlagader gepumpt“, erklärt Hagen Weise. Früher musste die entsprechende Technik außerhalb des Körpers getragen werden, mittlerweile passt die künstliche Pumpe mit integriertem Elektromotor und den beiden Leitungen in eine Hand und wird direkt in die linke Herzkammer eingesetzt. Ein Kabel, auch Driveline genannt, führt durch die Bauchdecke nach außen zu den externen Komponenten. „Die Driveline überträgt den Strom und die Informationen zwischen der Herzpumpe im Inneren und dem kleinen Computer (Controller) außerhalb. Er reguliert und kontrolliert die Pumpe im Körper“, erläutert der Kardiotechniker. Beide Geräte müssen permanent mit Strom versorgt sein. In der Regel sind das zwei Akkus, mit denen sich die Kunstherzpatientin zwischen acht bis zwanzig Stunden unabhängig von einer Steckdose frei bewegen und somit ein fast normales Leben führen kann. Für Sicherheit am Tage sorgt eine Kapazitätsanzeige an jedem  Akku, die die Patientin über die verbleibende Laufzeit informiert und für eine ungestörte Nachtruhe ein Netzstromkabel, das die Steuereinheit über eine Wandsteckdose mit Strom versorgt.

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