ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen

Wahlprogramme sind zu kompliziert

Äsungsflächenquote, Retentionsräume, Prädatoren-Managementplan - wer soll bei solchen Worten stehen, was die Parteien versprechen? FOTO: Dada Lin

Cottbus. Wer Parteien-Inhalte lesen will, braucht viel Fachwissen. Einfach zu verstehen sind die Programme zur Landtagswahl am 1. September jedenfalls nicht.

Bandwurmsätze mit bis zu 83 Wörtern, zu viele Fach- und Fremdwörter und Wortungetüme wie „Nachtbeleuchtungsvorrichtungen“ – wer Wahlprogramme der Parteien für die Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen lesen will, stößt schnell an Grenzen. „Mit ihren teilweise schwer verdaulichen Wahlprogrammen schließen die Parteien einen erheblichen Teil der Wähler aus“, sagt der Kommunikationswissenschaftler Professor Frank Brettschneider. Mit Wissenschaftler der Universität Hohenheim erforscht er seit Jahren Parteiprogramme auf ihre Verständlichkeit.

Kein Wahlprogramm ist verständlich

„Alle Parteien könnten verständlicher formulieren“, ist das Urteil der Experten nach der Analyse der aktuellen Wahlprogramme. „Das beweisen gelungene Passagen in den Einleitungen und im Schlussteil. Die Themenkapitel sind hingegen das Ergebnis innerparteilicher Expertenrunden.“ Der „Hohenheimer Verständlichkeitsindex“ reicht von 0 (schwer verständlich) bis 20 (leicht verständlich). Keine der großen Parteien, die am Sonntag in Brandenburg und Sachsen zur Wahl stehen, schafft es über die 10, im Gegenteil: Brandenburgs Partien bringen es gerade einmal auf eine 8,2, die in Sachsen auf 7,5.

top