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Beförderungsstau bei der Feuerwehr

Deutsche und polnische Feuerwehrleute trainieren am Freitag (23.April 2010) bei Jerischke (Spree-Neiße) gemeinsam mit dem THW die Verlegung einer mehrere Kilometer langen Wasserleitung zur Löschung eines Waldbrandes. Foto: Mario BehnkeFOTO: M. Behnke (DC)

Cottbus. Die schwierige Finanzlage der Stadt hat ausgerechnet direkte Auswirkungen auf die Cottbuser Retter. 33 Feuerwehrleute warten derzeit auf ihre Beförderung, einige bereits seit fünf Jahren. Es gibt noch immer keine guten Nachrichten für die Betroffenen – dafür aber Hoffnung.

Beamte sind faul, verschanzen sich hinter ihrem Schreibtisch und sind obendrein überbezahlt. Soweit das Klischee. Nur in der Stadt Cottbus wird das Gros der Beamten von Rettern gestellt. Denn von den 200 Beschäftigten bei Berufsfeuerwehr, Rettungsdienst und Leitstelle sind 130 verbeamtet. 33 von ihnen warten mittlerweile seit Jahren auf ihre Beförderung - manche sogar seit 2009.

Seit genau diesem Jahr hat die Stadt keinen Haushalt mehr genehmigt bekommen. Soll heißen: Der Cottbuser Etat ist so sehr aus dem Ruder gelaufen, dass die Finanzaufpasser in der Potsdamer Kommunalaufsicht die Stadt finanziell an die Kandare genommen haben. Deshalb schoben sie unter anderem Beförderungen von Beamten einen Riegel vor. Das gilt bis heute. Denn auch für 2014 liegt noch keine Genehmigung des Haushaltes vor.

Diese Tatsache drückt auf die Gemütslage, bestätigt Jörg Specht. Er ist amtierender Chef der Cottbuser Feuerwehr. "Es herrscht natürlich Unverständnis." In den Feuerwehrreihen haben demnach Mitarbeiter des Technischen Dienstes, der Wachabteilung und der Führungsriege einen Beamtenstatus. Was die Sache für die Betroffenen noch schwerer macht, ist die Tatsache, dass es für angestellte Feuerwehrkollegen keine Beförderungssperre gibt. Damit kommen ganz normal in den Genuss tariflicher Anpassungen. "Das drückt verständlicherweise auf die Motivation", erklärt Jörg Specht. "Bislang hat glücklicherweise noch niemand aus diesem Grund Cottbus verlassen. Aber wenn dieser Zustand noch lange anhält, wird das passieren", warnt er.

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