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Abgelehnt

Bundesamt hält Sorbisch an der Autobahn für gefährlich

Die Verkehrszeichen an Autobahnen in der Lausitz sollten nach und nach durch zweisprachige Schilder ersetzt werden. Doch dazu kommt es nicht.FOTO: LR / René Wappler

Cottbus. Hinweisschilder bleiben bis auf Ausnahmen einsprachig. Das Bundesamt für Straßenwesen hält sorbische Ortsbezeichnungen an Autobahnen für gefährlich. Damit ist eine Initiative aus der Lausitz an den Schnelltrassen erst einmal abgelehnt.

Mehr als die Hälfte der Straßenschilder in Cottbus ist inzwischen sowohl auf Deutsch und auf Sorbisch beschriftet. Auch im Spree-Neiße-Kreis nimmt das Projekt der zweisprachigen Hinweise Gestalt an. Anders sieht es hingegen an den Autobahnen in der Lausitz aus. Dort sind solche Schilder in deutscher und sorbischer Sprache „nicht regelkonform“. Darauf weist die Pressestelle des Bundesamtes für Straßenwesen hin.

Auf einen Erlass des brandenburgischen Infrastrukturministeriums bezog sich die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, als sie im Januar eine Anfrage stellte. Dieser Erlass aus dem Jahr 2014 sah nicht nur zweisprachige Verkehrszeichen vor, sondern auch Hinweisschilder auf Deutsch und Sorbisch an den Autobahnen in der Lausitz. Die bündnisgrünen Abgeordneten wollten erfahren, was gegen den Plan für die Autobahnen spricht. Denn er traf bei der Bundesregierung schon damals auf Skepsis.

Detailliert erläutern die Fachleute von der Bundesanstalt für Straßenwesen, warum sie generelle zweisprachige Hinweisschilder an den Autobahnen ablehnen. Wie die Bundesregierung beziehen sie sich auf die Richtlinien, die dazu klare Aussagen enthalten. Iris Schneidermann von der Pressestelle der Bundesanstalt erläutert, es gebe „klare Vorgaben für eine einheitliche, erkennbare und begreifbare wegweisende Beschilderung“. Jede unnötige Ablenkung der Autofahrer sei zu vermeiden. Deshalb gelte es auch, „die dargebotenen Informationen auf das erforderliche Maß zu reduzieren“.

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