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COPD

Wenn der Atem wegbleibt

Thomas Krokor (l.) von Medifit treibt Gymnastik mit den Teilnehmern der COPD-Wanderung durch den Branitzer Park. FOTO: LR / Daniel Schauff

Cottbus. COPD-Wanderung soll Lungenkranke animieren und aufklären.

Der Bahnhofsberg sei immer seine Teststrecke gewesen, sagt Manfred Käßner. Mit dem Rad bis nach oben – irgendwann ging es nicht mehr. Der Atem blieb weg. 20 Jahre lang leidet Käßner an COPD, chronisch obstruktiver Bronchitis. „Es geht nicht mehr alles so wie früher“, sagt der 82-Jährige. Mit dem Rad bis in den Branitzer Park schafft er es aber noch. Dort wird er wandern gehen, gemeinsam mit anderen COPD-Patienten. Die Firma Berlin Chemie und das Ambulante Zentrum für Lungenkrankheiten und Schlafmedizin (AZLS) in Cottbus haben eingeladen. 1,1 Kilometer, 3,4 Kilometer – für eine von zwei Strecken können sich die Teilnehmer entscheiden. Frank Käßner, Facharzt für Lungenkrankheiten und Bronchialheilkunde am AZLS, hält ein Spray in die Luft. „Das sollte jeder von Ihnen dabei haben“, sagt er. Medikamente, das betont der Lungenexperte aber auch, seien nicht alles. Mit Bewegung könnten Betroffene auch gegen die Krankheit ankämpfen. „Bleibt sie unbehandelt, kann sie tödlich enden“, sagt Käßner. „Die Patienten ersticken.“

Bewegung, das weiß Karl-Heinz Kanter aus Gablenz in Neuhausen, helfe tatsächlich. Seit fünf Jahren leidet der 69-Jährige an COPD. „Wenn man etwas macht, dann geht es einem besser“, sagt er und schiebt nach: „Ich habe schon mal schlechter ausgesehen.“

COPD ist eine häufige Krankheit, sagt Experte Käßner. Heute mache sich vor allem bemerkbar, dass in den 70er-Jahren etwa sehr viele geraucht hätten – und Zigaretten sind einer der Hauptauslöser für das Krankheitsbild. Auch die zunehmende Umweltverschmutzung begünstige COPD, sagt Käßner. Prominenter Patient: Schlagerstar Roland Kaiser. Ihm wurde 2010 sogar eine Lunge transplantiert. Vor zwei Wochen starb Schlagerstar Jürgen Marcus mit 69 an der Krankheit. COPD zählt zu den häufigsten Krankheiten mit tödlichem Ausgang. Dabei, sagt Käßner, sei sie behandelbar – mit Medikamenten und dem richtigen Lebensstil.

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