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Alles kann, nichts muss

Das Schloss der verborgenen Wünsche

Das Kaminzimmer nutzen viele Gäste, um sich kennenzulernen oder auch näher zu kommen.FOTO: Schloss Milkersdorf / Ulrich Schepp

Milkersdorf. „Irgendwas mit Liebe“ lautet der Titel der neuen Serie der RUNDSCHAU-Volontäre. Ausgefallen, konservativ, anders? Facetten der Liebe stehen im Fokus. Für den dritten Teil hat sich Jenny Theiler mit Swingerclubbesitzer René Geisler getroffen und über Liebe, Treue und erotische Fantasien gesprochen.

Wer seinen Partner liebt, bleibt monogam, alles andere habe schließlich nichts mit wahrer Liebe zu tun. Diese Auffassung ist in unserem Kulturkreis fest verankert, und es scheint keinen Grund zu geben, das Schema aufzubrechen. René Geisler sieht das anders: „Ich halte Monogamie für unnatürlich, weil ich denke, dass viele Menschen ihre Wünsche und Sehnsüchte unterdrücken. Sexualität sollte aber lustvoll und beglückend empfunden werden, ohne Ängste, ohne Schuldgefühle.“ Der 53-jährige Unternehmer betreibt seit 2003 den renommiertesten Swingerclub Deutschlands – Schloss Milkersdorf.

Der Ausdruck Swingerclub ist in der Bevölkerung überwiegend negativ besetzt und wird oft mit der bloßen Befriedigung niederer Triebe gleichgesetzt. „Viele denken bei Swingern an hässliche, faltige Menschen mit Badelatschen und Bierbauch, die keinen Partner haben und deshalb Sex-Clubs besuchen, um dort karnickelartig übereinander herzufallen“, erzählt René Geisler. Dumpfes Halbwissen und zugeknöpfte Moralvorstellungen sorgen noch immer für Missverständnisse und Vorurteile und zeichnen ein völlig falsches Bild dessen, was in Milkersdorf tatsächlich passiert.

„Wer uns besucht, möchte einen angenehmen Abend in erotischer Atmosphäre genießen und etwas Besonderes erleben. Was man aus dem Abend macht, bleibt jedem selbst überlassen“, erzählt René Geisler. Die Idee, den Begriff Swingerclub neu zu definieren, basiert auf den positiven Erfahrungen, die der Cottbuser mit seiner Frau in Amsterdam, New York und Paris gesammelt hat. „Wir waren Anfang 30 und Freunde haben uns eine Location in Holland empfohlen, in der man frivol ausgehen konnte. Der Abend war unbeschreiblich für uns beide“, erinnert sich René Geisler und beschreibt die Partys als niveauvoll und kultiviert. „In Deutschland gab es so ein Konzept Anfang der 90er-Jahre noch nicht. Die ersten Swingerclubs hierzulande waren eher schmuddelig und haben uns auch nicht angesprochen. Wir wollten das alles revolutionieren und auf ein höheres Niveau heben“, erzählt René Geisler.

(the)
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