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Aus dem Menschenrechtszentrum

Mutige Unterstützung pro Dubcek

Rüdiger Sielaff, Leiter der Außenstelle Frankfurt (Oder) des Bundesbeauftragten für Stasiunterlagen, sprach am Mittwoch im Menschenrechtszentrum über Menschen aus dem damaligen Bezirk Cottbus, die vor 50 Jahren den Mut hatten, die Dubcek-Reformen in der CSSR gutzuheißen. FOTO: Marion Hirche

Cottbus. Auch im Bezirk Cottbus gab es Widerstand gegen das gewaltsame Ende des „Prager Frühlings“ 1968 in der CSSR. Rüdiger Sielaff berichtete im Menschenrechtszentrum.

Der Einmarsch der  sozialistischen Armeen in die ehemalige CSSR jährt sich in diesem Jahr zum 50. Mal. Am 21. August  rollten Panzer aus der UdSSR, Polen, Bulgarien und Ungarn auf den Prager Wenzelsplatz. Eine sehr nebulöse Aktenlage sagt aus, dass tschechische Mitglieder der Kommunistischen Partei an die Sowjetunion ein Hilfeersuchen im Zusammenhang mit den Ereignissen des Prager Frühlings gestartet haben. Beginnend mit dem Frühjahr 1968 war es in unserem Nachbarland zu Veränderungen bezüglich einer größerer Presse- und Informationsfreiheit gekommen, es gab Wirtschaftsreformen, es wurde neu an die Aufarbeitung der Stalin-Zeit herangegangen.

Schnell wurde klar, dass die Entwicklungen in der CSSR den Kommunisten ein Dorn im Auge waren. Während es in der gesamten DDR zahlreiche recht schnelle Reaktionen gab, die den Einmarsch und damit die Niederschlagung der „Konterrevolution“ in der CSSR befürworteten, regte sich auch Widerspruch – wie im Bezirk Cottbus.

In einer Veranstaltung im Cottbuser Menschenrechtszentrum berichtete der Leiter der Außenstelle Frankfurt (Oder) des Bundesbeauftragten für Stasiunterlagen, Rüdiger Sielaff, am Mittwoch über einige dieser von der Stasi genau dokumentierten Widersprüche gegen die von Parteiseite verordnete Verurteilung der Entwicklung in der CSSR. „Dank der Aufzeichnungen der Staatssicherheit wissen wir überhaupt, dass es standhafte Menschen gab, die sich trauten, die Dubcek-Politik gutzuheißen. Dabei waren LPG-Vorsitzende genauso vertreten wie Ärzte, Lehrer, Pfarrer“, zählte Sielaff in seinem Vortrag auf.

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