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Kultur

Die Heimat auf den Lippen

Jürgen Carmesin, der Spreewaldsänger, aus Burg mit seiner Frau Anneliese beim Auftritt auf dem Burger Festplatz. FOTO: Marion Hirche

Burg. Jürgen Carmesin komponiert und singt Lieder über den Spreewald.

Jürgen Carmesin ist ein begeisterter Spreewälder. Viele Menschen kennen ihn bereits von seinen Bühnenauftritten. Der Burger gibt seiner Euphorie für die Landschaft der Fließe und Kopfweiden stimmlich Ausdruck. Seit zwölf Jahren textet und komponiert er Songs über seine Heimat und das Leben. Dabei kennt der Autodidakt keine Noten. Er legt sich die Melodie im Kopf zurecht und summt sie dann seinem Freund und Helfer Henryk Juskowiak vor. Der hat in Lübbenau ein Tonstudio und dort wandelt der Unterstützer des Sängers dann das Gehörte in eine Melodie um, die er einspielt. „Ich bin Henryk sehr dankbar, dass er mir so zu meinen Liedern verholfen hat. Ich arbeite mit ihm sehr gern zusammen und wir haben das Lied ‚Herbststage’ sogar zusammen eingesungen, was bei ihm auf Grund seiner Krankheit nicht so einfach ist“, sagt der 75-Jährige. Inzwischen hat Jürgen Carmesin schon drei Alben veröffentlicht. Unter dem Titel „Das pure Leben“ findet man dort solche Titel wie „Die Spreewaldgurke“, „Fritz der Spreewaldkapitän“ oder „Heute ist Fastnacht“.

Schon in seiner Jugend hat der Burger gern gesungen. Während seiner Ausbildung mit Abitur gab es im Wohnheim in Görlsdorf einen Lehrlingschor. Da hat er mitgesungen. Während seines Arbeitslebens als Berufsschullehrer geriet das Singen ein wenig ins Hintertreffen. Jürgen Carmesin hat vielen Azubis Baustoff- und Vermessungskunde vermittelt. Seitdem er im Ruhestand ist, hat er die Musik wiederentdeckt. „Schön, wenn man im Alter ein Hobby hat, was einen ausfüllt“, sagt der 75-Jährige. Jeden Montag singt der Burger im gemischten Chor Sacro-Waldow mit. Hier ist Michael Zumpe der Chorleiter. Der bekannte Mann vom Theater ist auch für Jürgen Carmesin ein Motivator und Inspirator.

Die Ideen für seine Lieder sammelt der Burger vor allem beim Wandern: „Ich unternehme ausgedehnte Spaziergänge durch die Landschaft, freue mich über Kühe auf der Weide, über die Fische im Fließ und die Nebelschwaden über den Wiesen im Morgengrauen. Dabei kommen mir dann die Einfälle.“

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