ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Cottbus

Fahrschein per Handy

Über das Handy können schon heute Fahrscheine für Cottbusverkehr gekauft werden. FOTO: LR / Daniel Steiger

Cottbus. Cottbusverkehr beklagt jährlich Schäden von mehreren Tausend Euro durch Vandalismus an Fahrkartenautomaten. In Zukunft werden die Geräte überflüssig. Doch bis dahin ist es noch weit.

Eine seiner teuersten Nächte hat Cottbusverkehr in der vergangenen Woche erlebt. Binnen weniger Stunden gingen elf Fahrscheinautomaten mutwillig zu Bruch. Den Schaden bezifferte Geschäftsführer Ralf Thalmann zähneknirschend auf bis zu 30 000 Euro. Das ist ein Schlag ins Kontor für das städtische Verkehrsunternehmen. Für das Jahr 2018 hat der Betrieb noch keinen Kassensturz in puncto Vandalismusschäden gemacht. Aber für das Jahr 2017 liegen die Zahlen vor. Demnach hat der Betrieb 118 150 Euro ausgegeben, um mutwillige Schäden an Fahrscheinautomaten zu reparieren. Diese Mehrausgaben wären überflüssig, wenn Cottbusverkehr auf die Automaten verzichten würde.

Der Verkehrsbetrieb hat trotz der jüngsten Vandalismus-Nacht nicht ernsthaft darüber nachgedacht, die Fahrscheinautomaten außerhalb von Bus und Bahn abzuschaffen. Das versichert Unternehmenssprecher Robert Fischer. „Der Kartenverkauf über das Handy ist Zukunftsmusik“, sagt er. Doch der Trend gehe eindeutig dahin. Deshalb ist Cottbusverkehr auch an den Apps – also den Handy-Programmen – beteiligt, über die Fahrscheine für den Stadt- und Regionalverkehr gekauft werden können. Dazu gehören neben dem DB Navigator der Deutschen Bahn, die Anwendungen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB).

Juliane Züge ist bei Cottbusverkehr für Vertrieb und Kundenservice zuständig. Sie erklärt: „Wir können nicht genau sagen, wie viele Menschen die Handy-Programme zum Fahrscheinkauf nutzen.“ Zumindest gingen die Verkaufszahlen im Kundenzentrum und an den Automaten nicht zurück. Im Gegenteil: Sie nehmen zu. Ein sicheres Zeichen dafür, dass dies die wichtigsten Vertriebswege bleiben. Die Apps seien trotzdem ein wichtiges zusätzliches Angebot. „Die werden vor allem von  Tagesgästen genutzt, die auf dem Bahnhof ankommen“, sagt Juliane Züge. „Sie buchen das meistens gleich zum Bahnticket dazu.“

top