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Folge der Trockenheit

Kleine Kartoffeln, größere Preise

Der sehr trockene Sommer bringt nicht nur kleine, sondern auch deutlich weniger Kartoffeln. FOTO: dpa / Christoph Schmidt

Cottbus. Die Landwirtschaft ächzt unter dem zweiten Dürresommer in Folge. Brandenburgs und Sachsens Bauern kämpfen auch dieses Jahr mit niedrigen Erträgen. Was bedeutet das für den Verbraucher?

Für den Einzelhandel sind die Konsequenzen der Dürre mittlerweile spürbar, manche Läden bekommen ihre Ware verspätet oder müssen Obst und Gemüse mit geringerer Qualität anbieten. Alexander Schömmel betreibt den Naturkostladen „Ährenkranz“ in der Cottbuser Altstadt. Er sagt, Engpässe gebe es bei ihm zwar keine. „Aber wir müssen teilweise auf andere Lieferanten zugreifen, beispielsweise bei Steinobst wie Pflaumen.“ Dass die Erzeugnisse unter der Hitze leiden, sieht man auch in seinem Laden. „Wir bekommen im Moment zum Beispiel viel kleinere Äpfel und Kartoffeln.“ Die Auswirkungen auf den Verbraucher würden sich laut Schömmel aber in Grenzen halten: „Die Produkte sind schon etwas teurer als im letzten Jahr, aber in keinem Fall so, dass man sagen könnte, die Dürre treibe die Preise in die Höhe“.

Was heißt das in Fakten? Die LR hat nachgefragt:

Getreide: Laut dem Landesbauernverband Brandenburg (LBV) wurden in diesem Jahr bisher 2,3 Millionen Tonnen Getreide im Land geerntet, 13,3 Prozent weniger als im langjährigen Mittel. Auffallend seien laut dem LBV die regionalen Unterschiede. Selbst innerhalb von Gemeinden kam es in diesem Jahr zu unterschiedlichen Erträgen. Das ist auch in Sachsen zu beobachten, teilt der Sächsische Landesbauernverband (SLB) mit. Hier seien die Erträge zwar höher als im letzten Jahr, dennoch herrsche ein unterdurchschnittliches Ertragsniveau, erklärt Juliane Stäps, Referentin für Acker- und Pflanzenbau beim SLB. „Der Verbraucher wird von der schlechten Ernte nichts spüren, da im Handel Importe genutzt werden und die Preise der Einzelhandel macht“, so Stäps.

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