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Politik

Graswurzelarbeit rechtsaußen

Steffen Kubitzki, Chef des AfD-Kreisverbandes Spree-Neiße. FOTO: LR / Silke Halpick

Peitz. Mit „Bürgerdialogen“ und „Stammtischen“ versucht die AfD, ihre Basis in der Lausitz zu verbreitern. Besonders aktiv ist der Kreisverband Spree-Neiße.

An diesem kalten Abend im Herbst ist die zu einer Peitzer Gaststätte gehörende Scheune bis auf den letzten der rund 60 Plätze gefüllt. Nur wenige Frauen sind unter den Versammelten. Am Tresen gibt es Bier und Schmalzstullen. Die Brote sind gratis, gestiftet von Steffen Kubitzki, Vorsitzender des Kreisverbandes Spree-Neiße der AfD, ein Mann mit lauter Stimme und Berliner Dialekt. Der hat an diesem Abend zum „Bürgerdialog“ eingeladen.

Zahlreiche derartige Veranstaltungen des Kreisverbandes gibt es in diesen Wochen. In Forst, Spremberg und Guben finden AfD-Stammtische inzwischen regelmäßig jeden Monat statt. Spree-Neiße ist damit einer der aktivsten Kreisverbände der rechtspopulistischen Partei in der Lausitz. Rund 75 Mitglieder zählt der Kreisverband, sozial breit gefächert „von Ärzten bis zu Unternehmern“, so Kubitzki. Nicht alle davon seien jedoch für ein kommunales Mandat geeignet oder hätten Zeit dafür. Deshalb sei die Partei, nicht nur in Spree-Neiße, für die Kommunalwahl im Frühjahr auch auf parteilose Kandidaten angewiesen. Kubitzki wirbt gleich zu Beginn der Versammlung in der Peitzer Scheune dafür.

Bei der Kommunalwahl 2014 erreichte die AfD nur 3,9 Prozent der Stimmen. Das waren 39 von über 900 zu vergebenden Mandaten in Kreistagen, Gemeindevertretungen, Stadtverordnetenversammlungen. Bewahrheiten sich aktuelle Umfragewerte, die die AfD in Brandenburg bei mehr als 20 Prozent sehen, benötigt die Partei im Land rund 200 neue Mandatsträger. Je erfolgreicher sie dabei ist, umso deutlicher wird sie sich in der Fläche verwurzeln. Es geht um viel für die AfD. Ende Januar, Anfang Februar werden die Kandidatenlisten aufgestellt.

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