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Retrospektive

Gewebte Gefühle in aufgewühlter Erde

Ein Sofa mit Streifengewebe aus der Werkstatt von Ellen Lehmann lädt zur Ausstellung „Fäden der Erinnerungen und Empfindungen“ in die Galerie Haus 23 in Cottbus ein. FOTO: Ellen-Lehmann-Ausstellung

Cottbus. Eine Ausstellung in der Cottbuser Galerie 23 knüpft „Fäden der Erinnerungen“ an die Textilgestalterin Ellen Lehmann.

Dieses gemütliche Sofa auf der Einladungskarte gehört zu den unvollendeten Projekten von Ellen Lehmann. „Sie liebte das Mittagsschläfchen. Und schlug ,Mittagspause’ deshalb als Thema für eine Ausstellung vor. Dazu ist es nicht mehr gekommen. Aber Sofas aus ihrer Sammlung laden nun in der Retrospektive auf ihr künstlerisches Werk zum Ausruhen und Verweilen ein“, erzählt Christina Kliem vom Wendischen Museum, das gemeinsam mit dem Ellen-Lehmann-Freundeskreis und dem Kunstförderverein Galerie Haus 23 „Fäden der Erinnerungen und Empfindungen“ an eine Künstlerin knüpfen will, die in der Lausitz geboren wurde.

Ihr Webstuhl, an dem Ellen Lehmann unermüdlich, oft bis zur Erschöpfung gearbeitet hat, steht jetzt im Wendisch-Deutschen Heimatmuseum Jänschwalde, berichten ihre Freunde, die nicht nur ihren künstlerischen Nachlass bewahren. Dr. Ingo Steffen und Heiner Tschinkel aus Berlin waren ihr Jahrzehnte in Freundschaft verbunden. Bis zuletzt, als ihre Kräfte immer weniger wurden und sie mit gerade 65 Jahren ihrer Krebserkrankung erlag.

„Sie wollte, dass ihre Kunst nicht nur betrachtet, sondern auch genutzt wurde. Auf ihrem Bett lagen 20 selbst gefertigte Sofadecken“, denken die beiden schmunzelnd zurück. „Aber sie war keine Prinzessin auf der Erbse. Sie war eine kernige, drahtige Künstlerin, die ihren eigenen Weg ging“, sagt Ingo Steffen. „Bei Ellen Lehmann traf sich die Welt. Sie ging auf Menschen zu, brachte sie zusammen und in Bewegung“, erinnert er sich. So ist es nur folgerichtig, dass ihre Freunde nun wie schon zu Lebzeiten der Künstlerin die Ausstellung mit aufbauen.

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