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Historische Fundstücke

Tagebuch, Schattentheater und Hausgeist

Ingmar Steffen und sein Fontane-Schatz FOTO: Michael Helbig

Burg. Ingmar Steffen ist der erste Fontanezeit-Entdecker. Er bewahrt unwiederbringliche historische Zeugnisse im „Geschichtsstübchen“ Burg und weiß Bemerkenswertes aus der Historie seiner Familie und seines Ortes zu erzählen.

Im Sommer 1859 besuchte Theodor Fontane (1819 - 1898) die Spreewaldgemeinde Burg auf seinen Wanderungen durch die Mark. Was ist ihm hier begegnet, was hat er gesehen, und was lässt sich heute noch aus seiner Zeit entdecken? Diese Neugier ist Ausgangspunkt für eine besondere Aktion zum 200. Fontane-Geburtstag, zu der der Tourismusverein Burg gemeinsam mit der Touristinformation des Amtes aufgerufen hat. „Fontanezeitliches? Wecke den Entdecker in Dir! Sei Fontanezeit-Entdecker.“

Im „Geschichtsstübchen“ am Hafen 2 treffen wir dieser Tage den ersten Fontanezeit-Entdecker: Ingmar Steffen. In diesem altehrwürdigen Haus, das im 18. Jahrhundert gebaut wurde, erzählt er, dass einst der Urgroßvater Heinrich das Anwesen erworben hatte. Und dann packt der knapp 60-Jährige aus, was er aus Fontanes Zeiten entdeckt hat. „Alte Koffer haben etwas Magisches“, kündigt er an, während er den Deckel hochklappt und Schillers sämtliche Werke aus dem Jahre 1833 hervorzieht. „Damals gab es keinen Fernseher, da wurde gelesen“, erzählt er auch gern den Kindern, die hier in der geschichtsträchtigen Gaststube, die sein Urgroßvater im Jahre 1907 gründete, des Öfteren seinen Vorträgen lauschen.

Was ist noch im Koffer? Ein Familienfoto aus dem Jahre 1859, die älteste Aufnahme, die er in einer Holzkiste im Nachlass fand. Und ein Amtsbrief von 1855. Dazu Tagebücher des Urgroßvaters in platzsparender akkurater Schrift, Aufzeichnungen aus dem Jahre 1837, die die Erzählungen der Großmama für die Nachwelt erhalten. Zudem ein Militärpass aus dem deutsch-französischen Krieg...

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