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Vor der Premiere

„Liebestrank“ – herzerwärmend herausfordernd

Mirjam Miesterfeldt schlüpft in die Rolle der Adina. FOTO: Marlies Kross

Cottbus . Nach mehr als 50 Jahren hebt sich am 22. Juni 2019 am Staatstheater Cottbus wieder der Premierenvorhang zu einer Inszenierung von Donizettis „L ’elisir d’amore“. Über die Wirksamkeit des „Liebestranks“ berichtet Sopranistin Mirjam Miesterfeldt, die in die Rolle der Adina schlüpft.

Was für eine anspruchsvolle Rolle! So dachte Mirjam Miesterfeldt, als sie zum ersten Mal Gaetano Donizettis „Liebestrank“ am Magdeburger Theater auskostete. Es war während ihres Gesangsstudiums vor zwölf Jahren. Ihr Lehrer Roland Fenes sang die Partie des besitzergreifenden Belcore. Adina aber verkörperte seine Frau Ute Bachmaier. Die damalige Studentin Mirjam war voller Bewunderung und Respekt für die schwierigen Koloraturen.

Am 22. Juni steht sie nun selbst als Adina auf der Bühne. „Meine bisher größte Herausforderung am Staatstheater“, bekennt die 36-Jährige, die seit dieser Spielzeit fest zum Cottbuser Opernensemble gehört. Als Prinzessin Schlafittchen hat sie im „Traumfresserchen“ schon die Herzen der Kinder erobert. Nun soll sie das Herz von Adina erwärmen, „eine stolze Schönheit, die abweisend, ja biestig sein kann, aber sich im Grunde nach Liebe sehnt, die über den Tod hinausgeht“, freut sich die Sängerin über die Vielschichtigkeit dieser Rolle. „Inspiriert von einem Zeitungsartikel, der von einem Paar hoch in den 90ern berichtet, das Hand in Hand starb, wird in Cottbus eine wunderbare Liebesgeschichte erzählt“, verspricht Mirjam Miesterfeldt. Auch wenn Adina den Annäherungsversuchen des ehrlich Liebenden Nemorinos scheinbar trotzt und mit dem Wichtigtuer Sergeant Belcore den Bogen überspannt – am Ende wird der Liebestrank ihr Herz erweichen. Oder gelingt das einfach durch die Intensität der Gefühle? Das ist es auch, was Donizettis Oper noch heute so anziehend macht, glaubt die Sopranistin.

Die Oper werfe zwischenmenschliche Fragen auf, mit denen wohl schon jeder konfrontiert war: Wie weit darf man gehen, um seinen Partner zu erziehen? Sollte man das überhaupt oder verändert man ihn dann so, dass man gar nicht mehr weiß, warum man sich in ihn verliebt hat?

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