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Piccolo-Theater

Syrische Theaterpremiere in Cottbus

Am Samstag um 19 Uhr wird im Cottbuser Piccolo Theater das Stück „Der billige Tod“ von Saadallah Wannous aufgeführt. Am Freitag um die gleiche Zeit gibt es eine öffentliche Generalprobe. FOTO: Michael Helbig

Cottbus. Am Samstagabend wird erstmals ein Theaterstück von Flüchtlingen aufgeführt. Das Thema ist aktueller denn je.

Bei Hussein Alhussein steigt allmählich die Aufregung. Am Samstag steht der 24-Jährige gemeinsam mit fünf weiteren syrischen Geflüchteten auf der Bühne des Cottbuser Piccolo-Theaters. „Der billige Tod“ heißt das Stück, für das er zusammen mit Mohammed, Alaa, Enas, Mathher und Muhanad in den vergangenen Tagen noch einmal intensiv geübt hat. Bühnenbild, Kostüme, Requisiten – alles soll stimmen, wenn morgen Abend die erste syrische Theatervorstellung in Cottbus aufgeführt wird. „Unsere Gruppe hat noch nie vor Publikum auf der Bühne gestanden“, erzählt Hussein, „deswegen ist es eine tolle Erfahrung.“ Er und seine Mitstreiter, darunter auch eine junge Frau, proben seit April mehrmals wöchentlich. Nebenbei, versteht sich, denn eigentlich gehen die Amateurschauspieler noch zur Schule oder studieren an der BTU.

Anders ist das bei Husseins Vater, Fawaz Alhussein (60): Bevor der Bürgerkrieg in Syrien begann, arbeitete er jahrelang als Theaterregisseur. „Die Syrer gehen gern ins Theater. Wir hoffen, dass auch die Deutschen mit Freude unser Stück verfolgen und wir ihnen ein Gefühl für unser Leben  und die Kultur vermitteln können“, meint Fawaz Alhussein. In „Der billige Tod“ führt er erstmals wieder Regie.

Als Grundlage dient das Werk eines syrischen Dramatikers, es spielt im Bagdad des siebten Jahrhunderts: Ein Minister des Königs will die Macht im Reich an sich reißen und den Herrscher stürzen. Um sein Ziel zu erreichen, schreckt der Minister selbst davor nicht zurück, die verfeindeten Mamelucken für sein Vorhaben zu gewinnen. Bagdad wird schließlich überfallen, der König und sein hinterlistiger Minister getötet. Die Macht übernehmen die Mamelucken. Die Leidtragenden in dieser Geschichte sind am Ende die Bewohner des Landes.

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