ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Der sich unter der Maske des Traumfresserchens verbirgt, ist derselbe von vor mehr als 20 Jahren und doch ein anderer. Der Tenor Hardy Brachmann hat seither wohl mehr als hundert kleinere und größere Partien gesungen – vor allem aber hat er eine Familie gegründet und selbst zwei Kinder. „Ich habe schon immer gern für Kinder gespielt. Sie sind ein so begeisterungsfähiges Publikum und sie reagieren unverfälscht. Sie zeigen sofort, wenn ihnen etwas nicht gefällt und verschenken rückhaltlos ihre Sympathie“, so der Sänger. Er erinnert sich noch, wie damals Kinder zu ihm kamen, ihm von ihren schlimmen Träumen erzählten. „Das war für mich sehr berührend. Ich habe ihnen dann geraten, ganz fest an das Traumfresserchen zu denken, damit es die bösen Gedanken verschluckt.“ Diesmal wird Brachmanns sechsjährige Tochter in der Generalprobe sitzen und er ist gespannt, wie sie reagiert. Sein Sohn ist erst viereinhalb Monate alt und muss wohl auf das nächste Traumfresserchen warten.

Seit 1995 ist Hardy Brachmann am Staatstheater Cottbus fest engagiert. Dass es dazu kam, war wie so oft im Leben einem glücklichen Zufall geschuldet. Nach dem Gesangsstudium an der Berliner Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ bei Roman Trekel war sein erstes Engagement in Neustrelitz. In seinen letzten Sommerferien zog es den gebürtigen Cottbuser in seine Heimatstadt, wo zu der Zeit Ruth Berghaus, bis heute eine Theaterlegende, regelmäßig Meisterkurse abhielt. Für „Die Entführung aus dem Serail“ wurde noch ein Pedrillo gesucht. Hardy Brachmann ließ sich breitschlagen.

Martin Schüler, selbst ein Schüler von Ruth Berghaus, schaute oft bei den Proben herein. „Eines Tages kam er auf mich zu, meinte, er könne mich gut gebrauchen und wo ich denn engagiert sei“, erinnert sich der Tenor. „Dabei hatte ich mich in Cottbus beworben und keine Antwort bekommen. Herrn Schüler war das ein bisschen peinlich.“ Von Neustrelitz wegzukommen, war nicht so einfach, der dortige Intendant hatte inzwischen auch gemerkt, dass man mit dem jungen Mann, der nicht nur gut singt, sondern Figuren auch glaubhaft darzustellen vermag, etwas anfangen kann. Seine Figuren wirklich zum Leben zu erwecken, ist Hardy Brachmann wichtig. „Ich habe mir bei den Schauspielern viel abgeguckt und in Christoph Thom an der Hochschule einen guten Lehrer gehabt, der mir Lust gemacht hat, zu spielen.“

top