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Medizinserie: Der besondere Fall

Moderne Technik bringt„die Pumpe“ zurück in den Takt

Hochkonzentriert richtet Oberarzt Andreas Terne während der EPU seinen Blick auf die Bildschirme, die ihm einen dreidimensionalen Blick in das Herzinnere ermöglichen. FOTO: Irene Göbel

Cottbus. In unserer Serie „Der besondere Fall“ erzählen wir von außergewöhnlichen Schicksalen, Diagnosen und medizinischen Wegen. Der 39. besondere Fall kommt aus dem Sana-Herzzentrum Cottbus.

Der Schutzengel von Irene Lugk hatte in den vergangenen Monaten alle Hände voll zu tun. Mehr als nur einmal stand es kritisch um die 75-Jährige aus Lauchhammer. Dass sie lebt, hat sie der modernen Technik und dem medizinischen Know-how von Andreas Terne, Oberarzt der Kardiologie im Sana-Herzzentrum Cottbus, sowie seinem Team zu verdanken.

Seit vielen Jahren ist Irene Lugk in kardiologischer Behandlung, sowohl in ihrem Heimatkrankenhaus in Oberspreewald-Lausitz als auch in der Cottbuser Spezialklinik. Sie leidet an einer Dilatativen Kardiomyopathie mit hochgradig eingeschränkter linksventrikulärer Funktion, was so viel bedeutet wie, dass ihr Herzmuskel krankhaft erweitert ist, wobei die linke Herzkammer nur noch minimal arbeitet. Kardiologe Andreas Terne konkretisiert: „Die Pumpleistung ist extrem eingeschränkt, so dass die Betroffenen häufig an Atemnot leiden. Die größte Gefahr besteht jedoch wegen der möglichen Entwicklung schwerer Kammerrhythmusstörungen im plötzlichen Herztod.“ Im Jahr 2007 wurde der Patientin aus Lauchhammer daher ein Defibrillator (ICD-System) implantiert. Vor zwei Jahren kam ein weiteres Problem hinzu, eine hochgradig undichte Aortenklappe, die Anfang 2017 durch ein Implantat ersetzt wurde.

Doch das Herz machte der Patientin immer wieder zu schaffen und ihr Zustand verschlechterte sich. „Ich war schnell erschöpft, konnte kaum noch Treppen steigen, hatte Schmerzen in der Brust. Im vergangenen Sommer war mir häufig schwindlig, ich wurde bewusstlos und dann bin ich einfach umgekippt“, erinnert sich Irene Lugk. Das beunruhigte nicht nur die Rentnerin selbst. Auch ihr Mann, um den sie sich zu Hause kümmert, sowie die Kinder, Enkel und Urenkel machten sich große Sorgen. Nach einer schweren Atemnot brachte die Schwiegertochter sie ins Heimatkrankenhaus, das sie wiederum ins Herzzentrum überstellte. Die Auswertung des ICD-Speichers ergab, dass dieser sich in wenigen Wochen fast 70 Mal entladen hatte. „Das bedeutet, er hat Stromstöße abgegeben, um das Herz der Patientin wieder in Gang zu setzen“, erklärt Kardiologe Andreas Terne.

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