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Rudel nahe Cottbus beschäftigt Anwohner

Ein Dorf lebt mit dem Wolf

Im Waldstück bei Gulben, etwa 500 Meter vom Ziegenhof entfernt, tappten am 25. August in den frühen Morgenstunden diese drei Wolfswelpen in eine Fotofalle nahe eines Hochsitzes. FOTO: privat

Gulben. Nicht alle Gulbener sind vom neuen Nachbarn auf vier Pfoten begeistert. Sie blicken ängstlich in die Zukunft.

Erst im August tappten zum wiederholten Mal drei junge Wolfswelpen in eine Fotofalle im Wald zwischen Gulben und Zahsow (Spree-Neiße) und bewiesen damit endgültig: In unmittelbarer Nähe von Cottbus ist ein Rudel sesshaft geworden. Sichtungen der Tiere haben sich in den vergangenen Monaten gehäuft und geben den Gulbenern Anlass, ihre eigene Sicherheit infrage zu stellen.

Dass die Wölfe keineswegs scheu und ängstlich sind, erlebte Dietmar Blank auf einem morgendlichen Spaziergang Mitte August. „Ich war auf dem Sielower Weg in Zahsow unterwegs, als 30 Meter vor mir ein Wolf stehen blieb und mich beobachtete“, beschreibt der Landschaftsarchitekt sein Erlebnis. In dem Moment überkam ihn die Angst. „Der Wolf hat er ja nur drei Möglichkeiten: stehenbleiben, weglaufen oder auf den Menschen zu gehen. Allein das Stehenbleiben und Beobachten zeigt, dass sie sich sicher fühlen und keine Angst mehr vor dem Menschen haben“, sagt er.

In Gulben, so meint Dietmar Blank, seien die Wölfe ein riesiges Thema. Nachbarn erzählten von Knurr-Duellen an Zäunen zwischen Hunden und Wölfen. Viele hätten den sonst so scheuen Waldbewohner schon aus nächster Nähe gesehen und seien wegen der schwindenden Distanz beunruhigt. Vor allem die Welpen scheinen keine Angst vor Menschen zu haben und würden bis auf wenige Meter herankommen. „Noch im letzten Jahr freuten sich alle über ein Video von drei Wölfen, die über das Feld liefen. Mittlerweile sind die Bedenken riesig“, erklärt Dietmar Blank.

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