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Nix mit Prämiensparen

Warum Sparkassen langjährige Sparverträge kündigen

Neben den Zinsen gibt es bei den sogenannten Prämienspar-Verträgen steigende Prämien auf die jährliche Einzahlsumme. FOTO: dpa / Oliver Berg

Cottbus. Die Sparkasse Spree-Neiße mit Sitz in Cottbus kündigt derzeit Tausende Sparverträge. Betroffen ist das sogenannte Prämiensparen. Laut Verbraucherzentrale gibt es Möglichkeiten, sich gegen die Kündigung zu wehren. Die RUNDSCHAU hat zudem nachgefragt, wie sich jetzt andere Sparkassen verhalten.

Bei der Verbraucherzentrale in Cottbus steht derzeit das Telefon nicht still. Erk Schaarschmidt, Finanzexperte der Verbraucherschützer, hat extra Zusatztermine eingeräumt, um den Kundenansturm beherrschen zu können. Grund für die Nachfragen sind Briefe, die Kunden der Sparkasse Spree-Neiße derzeit in ihren Briefkästen finden. In den Umschlägen steckt die Kündigung für sogenannte Prämiensparverträge. Diese wurden häufig schon vor der Jahrtausendwende abgeschlossen und zeichnen sich durch vergleichsweise geringe variable Sparzinsen aus, die mit zunehmender Laufzeit durch fest vereinbarte, steigende Prämien ausgeglichen werden sollen. Heißt: Auf die einmal festgelegte monatliche Sparsumme gibt es eine Prämie obendrauf. So wurden auf einen Vertrag, der der RUNDSCHAU vorliegt, nach drei Jahren erste Prämien (drei Prozent der Jahressparsumme) gezahlt. Diese steigerten sich im Verlauf von 15 Jahren auf 50 Prozent der jährlichen Sparsumme. Wer 1000 pro Kalenderjahr einzahlt, bekam also noch einmal 500 Euro Prämie.

Sparkasse Spree-Neiße kündigt über 5000 Verträge

„Diese Konditionen können wir unter Berücksichtigung der aktuellen Aussagen der Europäischen Zentralbank zur Fortsetzung ihrer ungewöhnlichen Niedrigzinspolitik leider nicht länger bieten“, erklärt Anja Schroschk, Sprecherin der Sparkasse Spree-Neiße auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Sparverträge in dieser Form seien wirtschaftlich nicht mehr vertretbar. „Wir sind deshalb leider gezwungen, einen Teil der Prämiensparverträge zu kündigen“, so Anja Schroschk. Insgesamt seien 5531 Verträge von der Kündigung betroffen. Gekündigt werden laut Sparkasse ausschließlich Verträge, die bereits länger als 15 Jahre laufen und die höchste Prämienstufe erreicht haben. Noch im April 2018 hatte die Sparkasse Spree-Neiße verkündet, dass die Kündigung dieser Sparverträge „kein Thema ist“.

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