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Fußball

Pokalfinalist Laubsdorf: Ein Team aus Brüdern, Vätern und Söhnen

Haben mit Traktor Laubsdorf seit einem Jahr kein Spiel mehr verloren: die Brüder Max (l.) und Philipp Pohl. Das soll möglichst auch nach dem Kreispokal-Finale am Freitag gegen Wacker Ströbitz II noch so sein. FOTO: LR / Steven Wiesner

Laubsdorf. Einst spielten Bittencourt und Benken in Laubsdorf. Nach Insolvenz und zwei Jahren Abstinenz könnte der Nachfolgeverein nun seinen ersten Titel gewinnen – auch dank besonderer Fußball-Familiengeschichten.

Max Pohl hat in Ligen spielen dürfen, in denen sich nicht jeder Amateurfußballer zeigen darf. Wenn man den 26-Jährigen nach seinem stolzesten Moment auf dem Fußballplatz fragt, denkt er aber nicht an seine ersten Oberliga-Minuten oder seine Einsätze in der Brandenburg-Liga. Max Pohl denkt an seinen sechs Jahre jüngeren Bruder Philipp und das Halbfinale im Kreispokal vor einem Monat. „Gegen Kunersdorf lief die 85. Minute, als sich Philipp gegen vier Mann durchtankt und das Ding in den Winkel knallt – da sind mir die Tränen gekommen“, sagt Max. Am Ende gewannen die Brüder von Traktor Laubsdorf das Spiel mit 4:2 und zogen ins Endspiel gegen Wacker Ströbitz II ein, das an diesem Freitag (18 Uhr) gespielt wird.

Es ist ein Satz, der nicht nur über das Verhältnis der beiden Brüder eine Menge aussagt, sondern über den Geist der gesamten Mannschaft. Wo andernorts oft von familiärer Atmosphäre die Rede ist, muss man sie beim Tabellenführer der 1. Kreisklasse Niederlausitz wörtlich nehmen. Denn im Bräsinchener Weg spielen Brüder, Väter und Söhne in einer Mannschaft. Vor Torhüter Andreas Römer (46) verteidigt Sohn Maximilian (21). In der Offensive wirbeln die Pohl-Brüder als Topscorer mit 28 Toren und 31 Vorlagen. Und die Blutlinie wird auch an der Seitenlinie weitergeführt, wo ihr Cousin Marco Christoph (38) auf der Trainerbank sitzt. „Die große Verbundenheit im Kader ist dadurch noch etwas größer“, sagt Max Pohl. Blut ist eben dicker als Wasser.

Und manchmal kommt es sogar noch dicker. Dann nämlich, wenn Papa Heiko (47) auch noch den Rasen betritt. So wie am 30. März dieses Jahres, als er beim 10:0 gegen Cottbus-Ost in der Ersten Mannschaft aushalf und seinen Zöglingen damit einen Kindheitstraum erfüllte. Im Garten mit dem Papa zu knödeln, ist das eine. Aber in einem offiziellen Pflichtspiel das gleiche Trikot zu tragen, etwas, was nicht viele erleben. „Das ist einmalig und war natürlich das coolste Spiel. Wir haben sogar alle drei ein Tor geschossen und standen danach zusammen in der FuPa 11 des Tages“, sagt Max Pohl. „Das Ding wurde sofort ausgedruckt und zuhause hingehangen.“

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