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Cottbus

Der Ostsee als Speicher?

Blick vom Merzdorfer Aussichtsturm über den ehemaligen Braunkohletagebau Cottbus-Nord. FOTO: ZB / Patrick Pleul

Cottbus/Forst. Angesichts der anhaltenden Dürre wäre ein zusätzliches Wasserreservoir für die Spree und den Spreewald wichtig, betont Spree-Neiße.

Derzeit fließt nur genügend Wasser durch Spree und Spreewald, weil Sachsen und Brandenburg zusätzliches Wasser in den Fluss schicken. Bis Ende September wird mit diesen länderübergreifenden Not-Maßnahmen ein ausreichender Pegel garantiert. Doch was geschieht, wenn der Regen auch danach ausbleibt? Deshalb wäre eine zusätzliche Sicherung erstrebenswert. Diese könnte der künftige Ostsee liefern. Dafür plädiert der Landkreis Spree-Neiße. Auch im Landesumweltamt gibt es Fürsprecher für einen Ostsee-Speicher.

Ob der Tagebausee diese Funktion aber übernehmen wird, ist noch unklar. Diese Entscheidung obliegt dem Landesbergamt. Die Behörde ist mit dem Landesumweltamt Herrin des wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahrens, das derzeit läuft. Erst mit dessen Abschluss darf mit der Flutung des Sees begonnen werden. Bis November soll der Beschluss vorliegen. Landesbergamtspräsident Hans-Georg Thiem lässt vorab keine Informationen durchblicken.

Die Stadt Cottbus hat als wichtigste Ostsee-Anrainerin bereits deutlich gemacht, dass sie kein Interesse an einer Talsperre hat. Sie fürchtet um die touristische Nutzung und höhere Kosten für das Hafenquartier. Zumal mit dem Bau der Kaimauer bereits begonnen worden ist. Darüber hinaus würde mit dem Speicher automatisch das Land Brandenburg Eigentümer des Ostsees werden. Die Leag ist nach der Auskohlung des Tagebaus für die Renaturierung und Flutung verantwortlich. Der Standpunkt des Unternehmens ist klar: Es geht von einen Normalwasserstand von 62,5 Metern über dem Meeresspiegel (NHN) aus, stellt die Ufer aber gemäß Auftrag für einen Wasserstand von 61,8 bis 63,5 Metern über NHN her. Das entspricht einem Schwankungsbereich – im Fachjargon Wasserlamelle – von 1,7 Metern.

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