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Cottbus

Stadtgeschichte lebendig erhalten

Die Archäologen haben rund um die Oberkirche die Fundamente der einstigen Lateinschule freigelegt. FOTO: Michael Helbig

Cottbus. Genealogische Gesellschaft fordert die Einbindung der Ausgrabungen in die Umgestaltung des Oberkirchplatzes.

Rund um die Oberkirche wird derzeit Stadtgeschichte ans Licht geholt. Denn bevor die Bauarbeiter neues Pflaster für den Platz verlegen, erforschen die Archäologen den Untergrund. Dabei haben sie unter anderem das Fundament der einstigen Lateinschule – des späteren Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums – freigelegt. Die Brandenburgische Genealogische Gesellschaft „Roter Adler“ fordert, dass die Mauerreste in die Umgestaltung des Oberkirchplatzes einbezogen werden. Die Stadt gibt diesem Vorstoß aus Kostengründen eine Abfuhr, hat aber einen eigenen Kompromiss gefunden.

Der Vorsitzende der Gesellschaft, Gerd-Christian Treutler, argumentiert: „Hier besteht die einmalige Möglichkeit, die Bedeutung des Ortes als geistiges Zentrum der Niederlausitz lebendig zu erhalten.“ Dabei bezieht er sich im Besonderen auf die Lateinschule, die einst direkt neben der Oberkirche stand und bereits im Mittelalter gegründet worden war. Im Volksmund und der Wissenschaftswelt sei die Schule als Wendische Universität bekannt gewesen. „Sie war die einzige höhere Schule in der Niederlausitz, die Studenten an Universitäten schicken konnte“, erklärt Treutler. Zu ihnen gehörte neben dem Australienforscher Ludwig Leichhardt auch der Landschaftsmaler Carl Blechen. Das Schulhaus, von dem nach einem Feuer im Jahr 1945 nur die Fundamente im Erdboden erhalten sind, sei die Brücke aus der Vergangenheit zur heutigen Universitätsstadt.

Diese Geschichte sollte lebendig erhalten werden. Das sei nicht allein mit Plaketten getan. „Fundamentreste wie Gebäudeecken, Kellerräume, aber auch Stufen und Treppen oder die alte Kopfsteinpflasterstraße sollten begehbar erhalten werden“, sagt der Gesellschaftsvorsitzende. Plaketten und Informationstafeln seien eine gute Ergänzung. „Die Mauern und Treppen aus den Grabungen könnten als Sitzgelegenheiten genutzt werden.“ Diese Geschichte zum Anfassen könnte mit der Erinnerung an bekannte Persönlichkeiten verbunden werden – wie mit dem geplanten Leichhardt-Denkmal. Als gelungenes Beispiel einer solchen lebendigen Platzgestaltung nennt Gerd-Christian Treutler die Stadt Magdeburg. „Besonders beim Domplatz sind die Ausgrabungsbefunde wunderbar plastisch einbezogen worden.“

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