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Aber nicht nur hier: Es ist ein Phänomen, das Politik und Forschung weltweit immer mehr interessiert: Die Wahlerfolge von Donald Trump im ländlichen Amerika, die Brexit-Bewegung in Großbritannien sowie der Aufstieg der AfD in Deutschland haben alle vom ländlichen Raum aus Fahrt gewonnen. In der Peripherie scheint die Neigung, sich gegenüber Fremden abzugrenzen, besonders groß zu sein. Der ländliche Raum fordert die Demokratien heraus. Aber warum?

Es fehlen die Frauen

Bisher lautete die gängige Erklärung, dass Menschen, die liberal eingestellt sind, häufiger dem Land den Rücken kehren, um in den Städten ihr Glück zu suchen. Aber das allein ist es nicht, hat Katja Salomo herausgefunden. Es fehlen die Frauen. Wo die Abwanderungsraten hoch sind und die Bevölkerung altert, fehlen die Frauen. Die haben traditionell auf dem Land das öffentliche Leben bestritten. Sie organisieren Feste, dadurch stiften sie Gemeinschaft und Identität. „Der Beitrag von Frauen für das Gemeinschaftlsben vor Ort ist nicht einfach zu ersetzen“, so Salomo. Wo Frauen fehlen, leidet der soziale Zusammenhalt.

Suche nach der Frau ungleich erschwert

Zurück bleibt ein Überhang an Männern im heiratsfähigen Alter. Diesen Überhang an Männern nennen Sozialwissenschaftler „demografische Homogenität“. Die kann eine Abwärtsspirale in Gang setzen. Wo Männer in jungem oder mittleren Erwachsenenalter in der Überzahl sind, werden demografische Probleme oft verstärkt. Männer, die auf diese Weise zurück bleiben, fühlen sich zurück gelassen - gerade dann, wenn ihre Chancen sinken, eine Partnerin zu finden. Für sie ist die Suche nach einer Frau durch die lokale und regionale demografische Situation ungleich erschwert.

In der Lausitz konzentrieren sich demografische Probleme

Die Lausitz ist bei problematischen demografischen Faktoren deutschlandweit vorn dabei. Daten dazu hat der Deutschland-Atlas des Bundesinnenministeriums zusammengefasst. Auf fast jeder Karte erscheint die Lausitz rot: Die Abwanderungsrate ist mit am höchsten, der Anteil der Jugendlichen unter 18 Jahren liegt unter 15 Prozent, dagegen sind mehr als 27 Prozent der Lausitzer über 65 Jahre alt.

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