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Gesellschaft

Verein Opferperspektive: Cottbus weiter Hotspot bei rechter Gewalt

Potsdam. Der Verein Opferperspektive sieht trotz des selbst gemeldeten Rückgangs rechter Gewalttaten in Brandenburg im vergangenen Jahr keinen Grund zur Entwarnung.

84 Prozent der insgesamt 171 Fälle seien rassistisch motiviert gewesen, sagte die Geschäftsführerin der Beratungsstelle, Judith Porath, am Dienstag in Potsdam. 264 Menschen waren den Angaben nach direkt und 161 indirekt betroffen, etwa als Zeugen oder Angehörige. 2016 waren es insgesamt knapp 500. Die Zahlen liegen über dem Niveau der Jahre 2002 bis 2014, bevor 2015 Zehntausende Flüchtlinge ins Land kamen.

Wie bereits im Vorjahr wurden in Cottbus mit 32 die meisten rechtsmotivierten Angriffe registriert. In der Stadt gebe es eine gewalttätige Stimmung vor allem gegenüber Geflüchteten, kritisierte der Verein. Es fehle die gesellschaftliche Antwort auf die Gewalttaten.

Die 143 rassistisch motivierten Gewalttaten seien 2017 meist im Umfeld von Demonstrationen verübt worden. Auch Angriffe durch Rechte auf politische Gegner wurden gemeldet (25, 2016: 24). In Kremmen und Templin wurden zudem zwei Brandstiftungen verübt.

(dpa)
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