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Tag des alkoholgeschädigten Kindes

Wenn Mama trinkt, leidet das Kind – für immer

Jeder Tropfen Alkohol in der Schwangerschaft kann dem Kind schwere Schäden zufügen. „Es gibt keinen sicheren Schwellenwert, das ist individuell verschieden“, sagt Professor Hans-Ludwig Spohr vom FASD-Zentrum Berlin. „Es muss gelten: Kein Tropfen Alkohol.“FOTO: dpa / Maurizio Gambarini

Cottbus. Wenn Schwangere Alkohol trinken, kann das zu schwerwiegenden Schädigungen beim Kind führen. Viele Kinder leiden ihr Leben lang darunter. Hilfe bekommen sie am Cottbuser Klinikum. Heilen kann man ihre Vergiftung nicht.

Den ersten Kontakt mit Alkohol hatte Nina* als Baby im Bauch ihrer Mutter. Das Zellgift drang ungehindert zu ihr durch und richtete dauerhafte Schäden an. Nun braucht die 15-Jährige in der Schule Hilfe, zuhause die konsequente Unterstützung ihrer Pflegemutter. „Ich habe Konzentrationsprobleme“, sagt Nina, wenn sie nach den Auswirkungen ihrer Erkrankung gefragt wird. „Ich bin vergesslich, egal bei was.“

Nina hat FASD, fetale Alkoholspektrum-Störungen. Die Behinderung sieht man ihr nicht an. Die schlanke Jugendliche wirkt kerngesund. Doch schon bei kleinen Alltagsarbeiten zeigen sich Probleme. „Sie ist in ihrer eigenen Welt“, sagt ihre Pflegemutter Heike und erzählt, wie überfordert Nina etwa beim Aufräumen ist. „Sie hat keine Struktur. Sobald mehr als zwei Teile rumliegen, verliert sie den Überblick. Es ist keine Faulheit, sie kann es einfach nicht.“

Nina ist kein Einzelfall. Nach Angaben des FASD-Zentrums Berlin kommen jährlich bis zu 4000 Babys mit Alkoholschädigungen zur Welt. Der Verein FASD Deutschland geht von 10 000 betroffenen Neugeborenen pro Jahr aus. Wie viele geschädigte Kinder in der Lausitz geboren werden, lässt sich nicht sagen. Meist verschweigen die Mütter ihren Alkoholkonsum. Die Folgen treten oft erst Jahre später auf, wenn sie überhaupt erkannt werden. Am Niederlausitzklinikum gab es in diesem Jahr einen Fall. Betroffenen werden von ihren Ärzten ans CTK in Cottbus überwiesen.

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