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Woidke und Kretschmer bei Leag-Betriebsversammlung

Strukturwandel in der Lausitz: Bund muss schnell handeln und Klarheit schaffen

Am 1. Februar 1994 demonstrierten Tausende Lausitzer Bergleute in Weißwasser für den Bau von zwei neuen Kraftwerksblöcken in Boxberg. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau

Cottbus. Schon vor 25 Jahren haben Lausitzer Bergleute um ihre Zukunft gekämpft. Mit dem Kohleausstieg steht diese nun wieder in den Sternen. Bergleute aus Brandenburg und Sachsen setzen heute auf die Verlässlichkeit der Politiker. Letztere forderten bei einer Betriebsversammlung der Leag in Cottbus, dass der Bund jetzt Tempo macht.

„Es geht nicht um Rückzug, sondern darum, auch in der Lausitz in den kommenden Jahren einen Zuwachs an Wohlstand zu schaffen“, gibt sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kämpferisch vor den Leag-Mitarbeitern. Und wenn sie auch Parteigrenzen trennen, vermitteln Kretschmer und sein Brandenburger Amtskollege Dietmar Woidke (SPD) am Donnerstag auf der Leag-Betriebsversammlung in Cottbus den Eindruck, dass zwischen sie beide „kein Blatt Papier“ passt, wenn es um den anstehenden Wandel in der Lausitz geht. „Jetzt ist die Zeit, schnell in die Gänge zu kommen, um die vereinbarten Dinge zu verwirklichen“, sagt Woidke. „Das gibt dann Sicherheit.“

„Die Lausitz hat immer schon gekämpft“, erinnert sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrich Freese. Am 1. Februar 1994, auf den Tag genau vor 25 Jahren, demonstrierten mehr 10 000 Lausitzer Bergleute in Weißwasser. Auch da ging es um ihre wirtschaftliche Zukunft, damals aber noch um den Bau neuer Kraftwerksblöcke in Boxberg.

Michael Kretschmer erwartet jetzt von der Bundesregierung schnell klare Regeln zur Planungsbeschleunigung in den Revieren. „Wir alle wissen, wie lange es heute dauern kann, neue Straße oder ICE-Verbindungen zu bauen“, sagt Kretschmer. Um die Verfahren zu vereinfachen, müssten auch Grüne und Umweltverbände kompromissbereit sein.

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