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Arbeiten unter sengender Sonne

Hitzeschlacht auf den Dächern der Region

Dachdeckermeister Mirko Mroos auf einer Baustelle in Cottbus. FOTO: LR Beate Möschl

Cottbus. Der Deutsche Wetter­dienst warnt vor extremer Hitze in Deutschland. Beschäftigte auf Bau­stellen können es aber kaum vermeiden, sich in der prallen Sonne aufzuhalten. Dachdecker wie Mirko Mroos aus Neu Zauche fangen früher an und machen öfter Pausen — nur im Extrem­fall gibt’s hitzefrei.

Die Dachbahnen sind aufgeheizt wie der Sandstrand am Mittelmeer. Nur dass oben auf dem Dach, der sechsten Etage einer Baustelle in Cottbus, jegliche Spur von Meeresbrise oder Windhauch fehlt. Die Sonne brennt – und mit jeder Stunde steigen die Temperaturen an den  Arbeitsplätzen von Mirko Mroos und seinen Kollegen – locker auf bis zu 60 Grad Celsius und mehr. Auf dem Dach gibt es keinen Schatten. „Oben ist es immer zehn bis 20 Grad heißer. Die Materialien heizen sich stark auf und strahlen noch mehr Wärme ab, irgendwann kann man das Material nicht mehr anfassen“, schildert Mroos. Er rät zu Sonnencreme „am besten mit Lichtschutzfaktor 50“, einem guten breitkrempigen Strohhut, zwei bis drei kurzen Pausen mehr im Schatten und viel trinken. „Fünf Liter sind da nichts am Tag.“ Ohne den obligatorischen Kasten Wasser verlässt diese Tage kein Fahrzeug den Hof des Dachdecker-Meisterbetriebs Geschwister Mroos GbR in Neu Zauche (Dahme-Spreewald).

Vier Baustellen hat der Betrieb derzeit in Arbeit. In Cottbus, in Burg, in Neu Zauche und im Raum Königs Wusterhausen steigen die sechs Mitarbeiter privaten Bauherren gekonnt aufs Dach. „Wenn wie angekündigt die 34 Grad kommen, wird es interessant“, sagt Mirko Mroos, denn dann verbieten sich Bitumen-Schweißarbeiten auf dem Dach. Da heißt es zirkeln und andere Arbeiten in Angriff nehmen, zum Beispiel Steildacharbeiten: Biberziegel in Doppeldeckung auf dem Mansardendach eindecken. Das ist für die erfahrenen Dachdecker zwar schon Routine, aber immer wieder anstrengend, denn die Termine drücken, egal wie das Wetter ist. Mirko Mroos, Sohn von Firmeninhaber Michael Mroos, ist damit groß geworden. Von Kindesbeinen an. Ihm liegen das Handwerk und das Meistern von Herausforderungen im Blut.

„Wir fangen um 6 Uhr an, um die noch etwas kühleren Stunden des Tages zu nutzen. Wenn die Mittagssonne hoch steht, braucht man nicht mehr probieren, etwas zu schweißen, dann wird die Masse unter der Folie weich. Da kann man die Bahnen nicht mehr ordentlich verlegen. Die Materialien für Flachdach- und Klempnerarbeiten werden im Schatten gelagert und immer nur so viel hoch geholt, wie gerade verarbeitet werden kann“, schildert Mroos, der mit seinen 23 Jahren schon den Dachdecker-Meisterbrief in der Tasche hat.

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