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Lausitz im Wandel

Wer strukturiert den Strukturwandel?

FOTO: LR Medienhaus / Michael Helbig, LK EE, Christian Taubert, Torsten Richter-Zippack / Montage: Janetzko/lr

Cottbus. Es geht um die Zukunft der Lausitz, und es geht um die Verteilung vieler Milliarden Euro. Aber noch immer fehlt eine klar durchschaubare Organisation.

Diese Debatte im IBA-Studierhaus von Großräschen war so nicht geplant. Nachdem das Lausitzer Seenland und der Spreewald im September gemeinsam den Europäischen Gartenpreis erhalten hatten und damit als besondere Kulturlandschaft in Europa geehrt worden waren, wollten die Ausgezeichneten den Bogen weiter und in die nahe Zukunft spannen. Gartenpreis und der bevorstehende wirtschaftliche Strukturwandel – das sind zwei Pole, die sich ganz und gar nicht ausschließen (siehe nebenstehenden Beitrag). Aber ehe sich die Runde aus Kommunalpolitikern und regionalen Strategen versah, war sie mitten im Widerstreit der Interessen gelandet. Es geht um die seit Monaten ungelöste Frage: Wer führt den Strukturwandel in der Lausitz?

Die Vorlage hatte Torsten Bork geliefert. Der erst im Sommer installierte Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Lausitz (WRL) GmbH sieht seine Gesellschaft als die länderübergreifende Plattform zur Steuerung des Wandels in der Lausitz. Die WRL wird getragen von den vier Südbrandenburger Landkreisen und Cottbus. Dabei ist auch der sächsische Landkreis Görlitz und in Kürze wohl auch Bautzen. „Jeder, der möchte, kann diese Plattform nutzen“, lud Bork dazu ein, unter das Dach der WRL zu kommen. Und er fügte hinzu, dass die Wirtschaftsregion Lausitz eine hohe Legitimation besitze, die im Unterschied zur kommunalen Lausitzrunde die komplette länderübergreifende Lausitz erfasse.

„Widerspruch“, reagierte Großräschens Bürgermeister Thomas Zenker. Seine Stadt sei inzwischen wie mehr als 35 Städte der Lausitz der kommunalen Lausitzrunde beigetreten. Gleiches gelte für den Regionalen Wachstumskern Westlausitz, „was neben den Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlungen auf eine ähnliche Legitimation verweist“, betonte der SPD-Politiker. Zenker fügte hinzu, dass es nicht von der Hand zu weisen sei, dass die Lausitz weiter beim Strukturwandel vielstimmig spreche und eben auch die Lausitzrunde als Sprachrohr wahrgenommen werde.

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