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Cottbuser Lichtgalerie

Wo sich House und Klassik treffen

Seit Februar arbeitet der Lichtkünstler Jörn Hanitzsch am alten Ballsaal in der Bahnhofstraße. Er hat ihn zu einem vielfältigen Veranstaltungsort umgestaltet. Foto: Julian Münz FOTO: LR / Julian Münz

Cottbus. Die Lichtgalerie von Jörn Hanitzsch beeindruckt durch ihr ungewöhnliches Ambiente. Sie verbindet Kunst, Musik und Architektur.

Nicht vieles passt zusammen, wenn man zum ersten Mal den alten Ballsaal des preußischen Landratsamtes in der Bahnhofsstraße betritt, in der Jörn Hanitzsch seine Lichtgalerie aufgebaut hat. Siebeneinhalb Meter hoch ragt die Decke des Raums. Ein jahrzehntealter Klavierflügel am Rande des Raumes verstärkt das 20er-Jahre-Ambiente, den die Architektur des Raumes versprüht. Hier soll also zu elektronischen Beats gefeiert werden? So lautet zumindest der Plan von Hanitzsch, der unter anderem mit der Partyreihe BallHouse24 die Tanzbeine schwingen lassen möchte.

„Den meisten, die hier reinkommen, fällt erstmal die Kinnlade herunter“, erzählt der Raumbesitzer stolz. Dass er den Raum nutzen kann, verdankt er guten Kontakten zum Unternehmer Walter Stöber, dem das Haus gehört. „Er war oft in meiner alten Lichtgalerie an der Sprem zu Gast und hat gesehen, dass ich damit etwas gemacht habe“, erzählt er. Neben der besonderen Architektur des Ballsaals hat es Hanitzsch in seinem neuen künstlerischen Zuhause vor allem die Lage angetan. „Wir haben den Blick auf die schönste Straße in Cottbus“, schwärmt er. Die Dynamik der Bahnhofsstraße, so Hanitzsch, vermittele, dass man hier im Zentrum einer Metropole sei.

An klassische Clubs erinnert hier nur der kleine Nebenraum, in dem Hanitzsch mit Bierkästen eine kleine Bar sowie ein Sofa aufgestellt hat, auf dem man es sich gemütlich machen kann. Im Ballsaal selbst findet man hingegen zahlreiche Lichtkunstwerke an den Wänden und besagten Klavierflügel, der laut Hanitzsch etwa 80 Jahre alt ist. „Zwei Mal im Jahr lasse ich ihn stimmen“, erklärt Hanitzsch. Der Flügel gehöre zum Raum dazu und könne nicht einfach weggestellt werden. Um das Klavier finden sich die „Wächter der Zeit“, von unten angeleuchtete Kapuzenmäntel, die wie Geister wirken.

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