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Elbe-Elster-Kritik an Plänen des Landes

Provinz wehrt sich gegen das Baukorsett

Das kommunale Bauland nicht nur im Schradenland ist begrenzt. In Merzdorf wird diese Fläche direkt an der Ortsdurchfahrt entwickelt.FOTO: LR / Manfred Feller

Schradenland. Im Schradenland wird kaum ein gutes Haar am „Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion“ gelassen. Damit im Berliner Speckgürtel massiv gebaut werden kann, soll der ländliche Raum schön grün bleiben.

Der Landessüden mindestens zwischen dem Amt Ortrand (OSL) und der Gemeinde Röderland (Elbe-Elster) muckt auf. Wenn die Sprache auf den jüngst von den Landesregierungen in Brandenburg und Berlin abgesegneten „Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion“ kommt, dann geht so manch einem Kommunalpolitiker die Hutschnur hoch. So lässt Schradenland-Amtsdirektor Thilo Richter kaum ein gutes Haar an dem Papier, in dem vom Land versichert wird, dass „in allen Gemeinden“ mehr Spielräume für die Entwicklung geschaffen werden. „Es wird vielmehr alles getan, um die Entwicklung der Orte am Rand zu verhindern“, kritisiert Thilo Richter die Fokussierung auf die sternförmigen, von und nach Berlin und Potsdam laufenden Hauptverkehrsachsen, an denen wohl bald auf Teufel komm’ raus gebaut werden dürfe. Im Radius von einer Fahrstunde könnten demnach bis zu 400 000 neue Wohnungen entstehen.

Und was wird den Randregionen ermöglicht? Zu den vorhandenen Baulücken darf ein Hektar zusätzliches Bauland je 1000 Einwohner geschaffen werden – jedoch über einen Zeitraum von zehn Jahren. Die CDU im Schradenland hatte dieses Korsett bereits Ende vorigen Jahres kritisiert. Wenn die aktuellen Lücken in den Dörfern geschlossen sind, würden auf der Basis des einen zustehenden Hektars zwei Bauplätze pro Jahr und 1000-Einwohner-Dorf keineswegs ausreichen.

Amtsdirektor Thilo Richter wird deutlich: „Wir sind nicht die frische Luft, die erhalten werden muss, damit der Berliner Raum zugebaut werden kann. Hat nicht der Bundespräsident gesagt, dass den ländlichen Gebieten wieder mehr Aufmerksamkeit gehört und dass Daseinsvorsorge im ländlichen Raum auch Dableibevorsorge sein muss? Da hat er den Nagel auf den Kopf getroffen.“ Im Mittelpunkt stehe jedoch der Großraum Berlin. Da müsse man sich über den Frust in der Bevölkerung nicht wundern. Die Stellungnahme des Amtes Schradenland zu dem Plan sei bis heute unbeantwortet.

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