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Ein Erntejahr zum Vergessen

Bauer und Tier in Elbe-Elster warten auf die Dürrehilfen

Dies war mal eine Weide mit Ackergras bei Stolzenhain/Röder. Mittlerweile hat das Land die Steppentarnfarbe der Mutterkühe und Kälber angenommen. Die Tiere müssen zugefüttert und ausreichend getränkt werden. Das ist teuer. Schatten bietet eine Waldinsel mitten auf der ausgedehnten Weidefläche.FOTO: LR / Manfred Feller

Stolzenhain/Herzberg/Finsterwalde/Luckau. Kaum einer glaubt an schnell entscheidende Politiker. Einzelne Betriebe wollen Bestände reduzieren. Futterbörse eingerichtet.

Erbarmungslose Hitzemonate. Regenmengen niedrig wie selten. Das Vieh steht auf steppenartigen Weiden. Dramatische Mindererträge auf den Feldern. Ein zeitiger Ernteabschluss wie lange nicht. In Staub gehüllte Traktoren ziehen riesige Fahnen hinter sich. Und dicke Fragezeichen vor der notwendigen Herbstbestellung.

„Das ist ein Jahr zum Vergessen“, möchte Matthias Schubert am liebsten einen dicken Haken dahinter setzen. „So eine Lage über Monate haben wir alle noch nicht erlebt“, sagt der Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Unternehmensverbundes Stolzenhain/Prösen stellvertretend für so viele Betriebe in Elbe-Elster und darüber hinaus. Er rechnet angesichts der Ernteausfälle damit, dass vergleichbar große Betriebe mit einem Minus von mehreren 100 000 Euro irgendwie klarkommen müssen.

„Zur Wahrheit gehört aber auch, dass niedrigere Erträge weniger Erntekosten bedeuten“, so der Geschäftsführer. Die Ernte sei zu 100 Prozent eingelagert worden. Wenn die Preise steigen, davon wird ausgegangen, werde verkauft. „Dadurch können wir vielleicht zehn bis 15 Prozent des Ertragsausfalls wettmachen“, hofft Matthias Schubert. Einzig die Fotovoltaikanlagen fahren Gewinn ein. „Damals haben wir gesagt: Wenn uns die Ernte vertrocknet, dann muss uns die Fotovoltaik helfen.“ Aber auch nur begrenzt.

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