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Orgelakademie in Bad Liebenwerda

Und was, wenn es quietscht?

Genugtuung auf allen Seiten – bei den Schülern sowie Projektleiterin Johanna Raue, Kantorin Dorothea Voigt, Jürgen Seidenberg und Dieter Voigt von der Orgelakademie sowie den Musiklehrern Ulf Kluge und Andrea Vetter (hinten von links). FOTO: LR / Frank Claus

Bad Liebenwerda. Mit der Orgelakademie kommen Schüler in Bad Liebenwerda dem sauberen Ton sehr nahe.

Das kennt jeder von uns: Ein Ton ist schrill, quietscht, tut den Ohren so weh, dass wir sie schnell mit beiden Händen zuhalten. Doch wie klingt ein sauberer Ton? Ist jeder von uns in der Lage, einen wohlklingenden von einem „schrägen“ Ton zu unterscheiden?

Bad Liebenwerdas Orgelbaumeister Dieter Voigt sagt: „Jeder Mensch mit normaler Hörfähigkeit, egal ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener, ist in der Lage, in die Welt des musikalischen Hörens einzudringen.“ Aber er weiß auch, dass der Schulung des Gehörs viel zu wenig Platz eingeräumt wird. „Wir haben im Schulunterricht sehr früh die Funktion von Buchstaben und Zahlen und ihren Umgang damit erlernt. Aber musikalisches Hören, ursächliches Erkennen von Intonations- und Stimmungsdifferenzen, wird meist nur an werdende Musikprofis weitergereicht.“

Dieter Voigt möchte helfen, dieses Defizit in der Südbrandenburgischen Orgelakademie in Bad Liebenwerda zu beheben. Am vergangenen Freitag ging ein erstes Projekt, durchgeführt mit zwei sechsten Klassen des Grundschulzentrums, zu Ende. Mit einem bemerkenswerten Ergebnis. Vor ihren Eltern haben die 50 Schüler in zwei Veranstaltungen gezeigt, was sie in zehn Kursstunden gelernt haben. Lehrinhalt: Musikalisches Hören durch praktisches Stimmen von Orgelpfeifen, rhythmisches Training mit selbstgebauten Spezialschlägeln und gemeinsames Musizieren an Kleinorgeln und kleinen Pfeifenorgeln (Portative) unter Einbeziehung von elf Klaviaturen. Was kaum einer erwartet hätte: Die Kinder waren mit Feuereifer bei der Sache. Musiklehrerin Andrea Vetter: „In der Kulisse der Orgelakademie ist Musikunterricht dann eben doch was Besonderes.“ Kantorin Dorothea Voigt: „Für viele war es die erste Begegnung mit einer Orgel.“ Die Kinder hätten schon gestaunt, was dieses Instrument kann und wie es klingt.

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