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Verbandstag der Elbe-Elster-Landwirte

Bauern sehen sich an den Pranger gestellt und reden Klartext

Der 16. Kreisverbandstag des Kreisbauernverbandes Elbe-Elster fand in Bad Liebenwerda statt. FOTO: Manfred Feller / LR

Bad Liebenwerda. Kreisverbandstag in Bad Liebenwerda kritisiert Bürokratie. Landwirte stehen angesichts anrollender Milchkrise mit Preisverfall vor neuen Verlusten.

Die konventionellen Landwirte in Deutschland sehen sich immer öfter an den Pranger gestellt. Ob Tierwohl, Insekten- und Vogelsterben, Glyphosat oder Massentierhaltung - jeden Tag werde in der Öffentlichkeit „von bestimmten Leuten“ eine neue Sau durchs Dorf getrieben, kritisiert Dorsten Höhne die zunehmend negative öffentliche Wahrnehmung. „Auf dem Rücken der Bauern wird Stimmung gemacht“, wird der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Elbe-Elster beim jüngsten Kreisverbandstag in  Bad Liebenwerda deutlich.

Die aktuelle Bedrohung der Landwirtschaft sei ähnlich wie nach der politischen Wende. Die Bürokratie habe sich gefühlt vervierfacht, die finanziellen Erträge seien gesunken und der Preiskampf und die Personalsituation verschärften sich weiter. „Das ist kein Jammern, das ist Existenzbedrohung“, stellt Dorsten Höhne unter dem Beifall der 89 Verbandsmitglieder, darunter 64 aus juristischen Betrieben, fest. Die Geschwindigkeit, in der Bund und Land Politik machen, werde den Anforderung nicht mehr gerecht. Dabei reiche die Bandbreite von der Wolfs- bis hin zur Düngemittelverordnung, die für sinkende Erträge und weniger Einnahmen sorgen werde. Dabei habe Elbe-Elster kein Nitratproblem im Trinkwasser.

Angesichts der ohnehin nicht üppigen Erzeugerpreise stehe neues Ungemach vor der Tür - die nächste Milchkrise, die noch schlimmer werden könnte. Dabei seien die Verluste des vorherigen Preisverfalls noch gar nicht wettgemacht.

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