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Seltener Einblick im Schloss Doberlug

Der Comoediensaal des Herzogs schlummert noch vor sich hin

Zum Tag des offenen Denkmals durften am Sonntag Besucher den einstigen noch unsanierten Comoediensaal des Fürsten im Schloss Doberlug in Augenschein nehmen. FOTO: Heike Lehmann

Doberlug-Kirchhain. Wegen großen Besucherinteresses gab es am Sonntag zwei Sonderführungen.

Der deutschlandweite Tag des offenen Denkmals öffnet Türen, die Besuchern in der Regel verschlossen bleiben. So auch am Sonntag im Schloss Doberlug. Gleich zwei Spezialführungen waren notwendig, weil das Interesse so groß war, um Besuchern Gänge und Räume im Schloss zu zeigen, die nicht jedermann zugänglich sind.

Nach dem großen Staunen im stilvoll hergerichteten Trauzimmer mit original Holzbalkendecke im zweiten Obergeschoss des Südflügels, dort, wo einst der Fürst sein Wohngemach hatte, ging es vorbei an den Bürotüren vom Förderverein des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft, vom Museumsverbund Elbe-Elster und vom Tourismusverband Elbe-Elster.

Höhepunkt der Führung war für viele Teilnehmer sicher der einstige Comoediensaal des Fürsten im Nordflügel. Diese Bezeichnung ist mit einer Quelle von 1732 belegt. Der Saal gehört zum noch unsanierten Bereich des Schlosses. Er soll dem Riesensaal im Dresdner Schloss nachempfunden sein und einst eine prunkvolle Ausstattung gehabt haben, wie Babette Weber, die Leiterin vom Museumsverbund Elbe-Elster, den Besuchern schilderte. In den 1780er-Jahren aber ist er unterteilt worden. Gerd Günther von der unteren Denkmalbehörde: „Es erfolgten barocke Einbauten für Beamtenwohnungen.“ Während der Sanierung 2012 sind diese Zwischenwände entfernt worden, um auf Anraten der Brandenburgischen Schlösser GmbH den Saal wieder erlebbar zu machen. „Mit Fensterfronten an drei Seiten soll er der hellste Raum im Schloss gewesen sein“, sagte Kerstin Stahl, Fachbereichsleiterin Bauen und Erhalten bei der Stadtverwaltung. Erklärtes Ziel der Stadt Doberlug-Kirchhain als Eigentümerin und Bauherrin ist, ihn als Veranstaltungssaal wieder herzurichten. In einer Ausdehnung von zehn mal dreißig Metern wäre der Saal der größte in einem Lausitzer Schloss. Ein Nutzungskonzept sei Voraussetzung, um die stattliche Baukostensumme eventuell mit Fördermitteln abfedern zu können.

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