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Lesung in proppenvoller Buchhandlung

Als der Atem der Geschichte die Seiten wechselte

Emanuel Maes las als einer der Nominierten für den deutschen Buchpreis in Finsterwalde. FOTO: Jürgen Weser

Finsterwalde. Emanuel Maeß als Nominierter für den „Deutschen Buchpreis“ las in Finsterwalde.

Ein besonderes Erlebnis gab es am Mittwochabend zum Start in den Leseherbst der Buchhandlung Mayer in Finsterwalde. Angekündigt war als Blind-Date-Lesung der Auftritt eines der zwanzig nominierten Romane, die sich im Rennen um den Deutschen Buchpreis 2019, der am 14. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse verliehen wird, befinden. Lediglich zehn Lesungen mit Nominierten gibt es, die Finsterwalder Buchhandlung konnte sich unter 363 Bewerbern über eine der vom Börsenverein finanzierten Lesungen freuen, welche die Geschäftsführer Torsten Mayer und Christian Kielinski kostenfrei an ihr treues Stammpublikum weitergaben.

Die Spannung unter den knapp einhundert Besuchern in der proppenvollen Buchhandlung ist groß, denn bis zuletzt war geheim geblieben, wer von den Nominierten in Finsterwalde lesen würde. Die Lesefreunde erleben dann die Vorstellung eines äußerst ambitionierten und von der Literaturkritik in höchsten Tönen gelobten Erstlingswerkes von Emanuel Maeß, der mit „spielerischer Leichtigkeit und Tiefe“ glänze. Mit dem geheimnisvollen Titel „Gelenke des Lichts“ lockt der 2019 im Wallstein-Verlag erschienene „Bildungsroman mit Elementen des Schelmen- und Minneromans und großer Empathie für die Literaturepoche der Romantik“, wie Emanuel Maeß sein Werk und seine Ambitionen zum Beginn der Lesung selbst charakterisiert. Humorvoll richtet er zu Beginn die „Gelenke des Lichts“ auf das ihm bisher nicht bekannte Finsterwalde, wo er beim kleinen Spaziergang sogar den Alexanderplatz entdeckte.

Emanuel Maeß liest den Anfang des Romans. Ein junger Mann wartet vergeblich auf seine Geliebte und erinnert sich dabei als Ich-Erzähler an seine Erlebnisse im elterlichen Pfarrhaus unweit der innerdeutschen Grenze in Thüringen, an ein archaisch anmutendes Neptunfest während des Urlaubes mit seinen Eltern an der Ostsee, wo jedes Jahr mit dem himmelblauen Trabant hin gedüst wird. Der Autor beschreibt dabei romantisierend Landschaften und verwebt sie mit Seelenlandschaften des Jungen, so als „der Atem der Geschichte die Seiten wechselte“ mit der Wende. Soweit ermöglicht Emanuel Maeß den Zuhörern mit seiner Lesung einen Einblick in den Roman, der sich im zweiten Teil zum Campusroman mit der weiteren Entwicklung des Ich-Erzählers und seiner Seelenlandschaften mit gesellschaftlichen Bezügen entwickelt.

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