ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Fahrt zu einem einzigartigen Ort in Deutschland

Wie Vanessa Ziercke zur Nonne Tinh Hanh geworden ist

Die Nonne Tinh Hanh meditiert mit den Radlern beim gemeinsamen Gesang. FOTO: Dieter Babbe

Finsterwalde-Pechhütte. Die Teilnehmer der Familienradtour der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster tauchen in Pechhütte in eine andere Welt ein. In einer hektischen Welt ist das Kloster ein Ort des Friedens.

Zuerst bekam ich zwar keinen Schreck, war aber dennoch überrascht. An der Tür begrüßt uns eine junge Frau mit einem braunen langen Umhang und einem völlig kahl geschorenen Kopf. Ich hatte Vanessa Ziercke, die jetzt Schwester Tinh Hanh heißt, nach meinem ersten Besuch vor einem Jahr noch mit längeren Haaren in Erinnerung. Doch hübsch und freundlich ist sie noch immer. Die 28-Jährige bat die Gäste in den alten Bauernhof, der seit zwei Jahren ein buddhistisches Kloster ist. Hier erklärte die junge Frau, die inzwischen zur Nonne ordiniert wurde, dass es für Mönche und Nonnen Brauch sei, ohne Haare auf dem Kopf zu leben, jede Woche werde er kahl geschoren.

Zunächst konnten sich die Radler der Familienradtour, die die Kreisverkehrswacht Elbe-Elster traditionell einmal jährlich veranstaltet, nach der zwar kurzen, aber zumindest für die jüngste Teilnehmerin – für die siebenjährige Jana war es die erste längere Fahrt auf dem kleinen Kinderfahrrad, stärken. Schwester Tinh Hanh und eine weitere Klosterbewohnerin aus Vietnam hatten ein leckeres vegetarisches Mittagsmahl vorbereitet. Die Nonne läutete mit einem kleinen Glöckchen den stillen Genuss der Linsensuppe und Nudeln, des Salates und der Frühlingsrolle sowie dem Spinat ein. Nach dem zweiten Läuten konnte Nachschlag geholt und dann auch gesprochen werden. Die gemeinsame Mittagsrunde war schon eine Art Meditation, die bewusste Konzentration auf das Essen.

Viele Fragen hatten die Radler: Wie fand der Mönch den Weg in das kleine Pechhütte? Warum wird ein junges Mädchen, das in Hamburg geboren ist, zunächst in Weimar Klavier und später ein Lehramtsstudium absolviert hat, buddhistische Nonne? Wie lebt es sich in der scheinbaren Einsamkeit – ohne Fernseher, aber mit Internet? Einsam sei Schwester Tinh Hanh nicht, sagte sie. Regelmäßig kämen Besucher aus der Nähe und aus der Ferne, das Nonnenkloster sei einzigartig in Deutschland. Vor allem die Meditationskurse zögen viele Menschen an, egal welchen Glauben sie hätten. Und auch sonst sei der Tagesablauf im Kloster sehr abwechslungsreich.

top