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Saisonstart am Besucherbergwerk

Schirme senden Friedensbotschaft

Mit starker Aussage und künstlerischem Anspruch will die Berliner Aktionskünstlerin Ute Bella Donner mit ihrem Mitstreiter Jörg Schulz (l.) und dem F 60-Team um André Speri am 16. und 17. März die Saison eröffnen. „Menschenrettungsschirme“ werden installiert und zuvor in einem Workshop gefertigt. FOTO: Gabi Böttcher / LR

Lichterfeld. Jeder kann mitmachen. Regenschirme werden zu Kunstwerken. Mit Open-air-Installation eröffnet Aktionskünstlerin Ute Bella Donner im März die Saison am Besucherbergwerk.

Was in der deutschen Hauptstadt zwischen Neptunbrunnen und Rotem Rathaus im Jahr 2012 bis zuletzt 2017 vor der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz regelmäßig für Furore sorgte, soll zum Saisonauftakt am Besucherbergwerk F 60 in Lichterfeld ein aufrüttelndes Zeichen setzen. Regenschirme werden zu Kunstwerken. Aktionskünstlerin Ute Bella Donner, geboren an der Woltersdorfer Liebesquelle, treibt geradezu folgerichtig die völkerverbindende Sehnsucht nach Frieden immer wieder zu künstlerischem Ausdruck an. Ob der Hungerstreik iranischer Flüchtlinge in Würzburg, der Selbstmord des Griechen Dimitris Christoulas, das Friedenscamp Unter den Linden gegen den Krieg im Irak oder Obdachlose Menschen in Berlin – Ute Bella Donner muss sich einmischen. Regenschirme werden zu Kunst, werden mit Friedenssymbolen und Botschaften zu „Menschenrettungsschirmen“.

Eine Brücke in die Lausitz und nach Lichterfeld ist für die Berlinerin der Lausitzer Liedermacher Gerhard Gundermann, mit dem sie sich seelenverwandt fühlt. „Gundermann hat Friedenslieder geschrieben, auch ohne dass in allen das Wort Frieden vorkommt“, erklärt sie. Donners Bild „Ich mache meinen Frieden“ mit einem Gundermann-Text ist 2008 dem Dalai Lama übergeben worden. Nach einer Ausstellung mit Bildern zu Gundermann-Texten im Jahr 2003 kehrt die Künstlerin nun also mit „Menschenrettungsschirmen“ an die F 60 zurück. Am liebsten hätte sie die Brücke komplett mit Schirmen bestückt. Aber es wären wohl mindestens 200 000 an der Zahl dafür notwendig gewesen. „Ich bin meine eigene Friedensbewegung“, kommentiert sie am Donnerstag beim Pressegespräch im Werkstattwagen des Besucherbergwerkes ihr Engagement.

Für André Speri, Geschäftsführer der F 60 Concept GmbH, ist die „Umbrella Peace Art“ der Berlinerin eine starke Aktion zum Saisonauftakt. Eigentlich schon im vorigen Jahr geplant, war sie herbstlichen Witterungsunbilden zum Opfer gefallen. Jetzt wird am 16. März zum Künstlercamp an die F 60 eingeladen. Jeder, der seinen eigenen „Menschenrettungsschirm“ anfertigen möchte, ist bei einem Workshop willkommen, der am darauffolgenden Samstag, 17. März, fortgesetzt wird. Gegen ein Entgelt von 15 Euro werden Schirm, Farben und künstlerischer Beistand bereitgestellt. Es sind aber auch Briefe an Schulen der Region mit der Einladung geschickt worden, mit selbst kreierten Schirmen an der Friedensbotschaft mitzuschreiben, die von der F 60 ins Land gehen soll. Neben einem großen Peace-Symbol, das am Fuße der F 60 aus Regenschirmen dargestellt werden woll, will André Speri natürlich zum Aufstieg auf die F 60 locken. Von dort könne man das Peace-Symbol besonders gut erkennen. Aber es würden als Überraschungsmomente beim Rundgang auf der Förderbrücke auch an verschiedenen Punkten Schirme installiert werden. Zur Unterstützung der Aktion sind sowohl ausrangierte, aber intakte Schirme, als auch Acryl-Farben, Farbspray oder auch Spenden willkommen. Wenn die Installation und der Zuspruch in der Region ein Erfolg würde, dann käme man gern im Sommer wieder – auf den Finsterwalder Marktplatz. Denn dass angesichts der Kriege und Krisenherde in der Welt noch viele Menschenrettungsschirme aufgespannt werden müssen, steht für die Aktionskünstlerin und ihre Mitstreiter außer Frage.

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