ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Literatur der DDR

Peter Sodann: durch Miterleben begreifen

Der Schauspieler Peter Sodann bei seinem Vortrag über „seine Bücher“ am Freitag im Refektorium Doberlug-Kirchhain. FOTO: EE TV

Doberlug-Kirchhain. „Meine Bücher - Leseland DDR“ hieß es am Freitag in Doberlug-Kirchhain. Eine Geschichtsstunde.

Als Peter Sodann am Freitag im Refektorium am Schloss Doberlug das Podium betrat, strömte ihm eine Welle der Sympathie entgegen. Sein Name steht im Osten Deutschlands für jemanden, der sich nicht verbiegen lässt und alles, was in seiner Macht steht, unternimmt, um das Gute in der DDR nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, und zwar in Gestalt ihrer Bücher. Dem entsprechend begann er auch seinen Vortrag mit einem Zitat Erich Kästners: „Wer das, was schön war, vergisst, wird böse“.

Es war wie ein Kommentar zur Einleitung von Rainer Bauer aus Bad Liebenwerda, der die Veranstaltung organisiert hat und am Beispiel der gesammelten Werke Voltaires zeigte, wie wichtig die Arbeit der DDR-Verlage gerade bei der Übersetzung von fremdsprachiger schöner Literatur war. Davon profitierten sogar zahlreiche Verlage im Westen, die aus den Lizenzausgaben der DDR ein einträgliches Geschäft machten.

Anschließend erlebten die Teilnehmer einen Peter Sodann, der sie über zwei Stunden in ein Wechselbad der Gefühle tauchte. Während er Gedichte rezitierte, die betroffen machten, in aller Ruhe Texte vortrug, die einem die helle Wut ins Gesicht treiben konnten, oder einfach nur die Schönheit der Literatur in einigen von ihm meisterhaft vorgetragenen Kleinoden vorführte, wurde die Stille im Saal – wie bei einer richtigen Theatervorstellung – nur durch Szenenbeifall unterbrochen.

top