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Fraktionsvorsitzender schmeißt hin

Stadthalle spaltet Wählergruppe

FOTO: Habermann Architekten

Finsterwalde. Zukunftsprojekt ist Knackpunkt für Austritt Ronny Zierenbergs bei „Bürger für Finsterwalde“.

Der Bau der Stadthalle wird zur Nagelprobe für die „Bürger für Finsterwalde“ (BfF). Mit dem Austritt ihres Frontmannes Ronny Zierenberg hat die Gruppe gleichzeitig ein Mitglied und den Fraktionsvorsitzenden im Stadtparlament verloren. Bereits in der jüngsten nichtöffentlichen Beratung zur Zukunft der Stadthalle in der vorigen Woche am Mittwoch war Stellvertreter Rainer Böhmchen als Sprecher der Fraktion eingesprungen. Der zu dieser Zeit im Urlaub befindliche Ronny Zierenberg hatte am Montag zuvor die Wählergruppe verlassen und wird nunmehr ohne Fraktionszugehörigkeit in der Stadtverordnetenversammlung agieren. Zu Aussagen über das Zerwürfnis will sich Rainer Böhmchen derzeit nicht öffentlich äußern. Er verweist an den Vorsitzenden der „Bürger für Finsterwalde“ Günter Adam. Dieser hält sich ebenfalls bedeckt, stehe doch erst am 27. September eine außerordentliche Versammlung des Vereins ins Haus. Hier stehe auch die Wahl des Fraktionsvorsitzenden an. Nur so viel ist als Reaktion auf den Austritt Ronny Zierenbergs von Günter Adam zu hören: „Ich bedauere es definitiv.“ Er teile Zierenbergs Auffassung zur Zukunft der Stadthalle. „Wir spielen mit Millionen“, so Adam.

Offenbar konnte Ronny Zierenberg jedoch unter den „Bürgern für Finsterwalde“ keine Mehrheit mehr hinter sich bringen und entschied sich für den Alleingang. Auf der Internetseite der Wählergruppe ist der ehemalige Fraktionsvorsitzende nicht mehr als Vertreter im Stadtparlament aufgeführt. Rainer Böhmchen, Ernst Hampicke, Marlies Homagk und Susann Kuhn sind weiter im Boot.

Ronny Zierenberg nimmt kein Blatt vor den Mund, wie er die aus seiner Sicht neue Sachlage zum Thema Stadthalle einschätzt. Die ursprünglich „dem Bürger verkauften 10,7 Millionen Euro“ seien nun weit überschritten beziehungsweise verdoppelt worden. Dass nur die Fraktionsvorsitzenden beziehungsweise Vertreter in einer nichtöffentlichen Sitzung entscheiden sollten, wie es weitergeht, kritisiert Ronny Zierenberg ebenso wie das Ergebnis laut Pressemitteilung. „Für mich ist diese Entscheidung fahrlässig und ich kann dies nicht mehr verantworten und schon gar nicht das Sprachrohr für eine Fraktion sein, die dieser Fortführung, wenn auch mit Bauchschmerzen, zustimmt“, begründet der nunmehr fraktionslose Abgeordnete seine Konsequenz. Für ihn sei das Stadthallen-Projekt am Ende, nur noch Emotionen würden die Debatte bestimmen. „Wirtschaftlich ist und wird es für unsere Stadt ein Fiasko, aber das möchte nicht jeder hören“, so Zierenberg. Er kritisiert: „Es wird nun wieder eine gute Million investiert um die jetzt genannten Zahlen zu bestätigen und festzustellen, dass es am Ende nicht machbar ist.“ Im Falle eines Projekt-Abbruchs verloren gehende Fördergelder könnten aus seiner Sicht „kein Argument für eine wirtschaftliche Geisterfahrt sein“.

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