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Integration gestern und heute

Fremden in Brandenburg auf der Spur

Auf zwölf Schautafeln wird seit Montag im Energie-Service-Center in Massen der Frage „Fremde im Land Brandenburg?“ nachgegangen. FOTO: Gabi Böttcher

Massen. Wanderausstellung der Europa-Union macht bis zum 19. September in Massen Station.

Das ist ein schlagkräftiges Argument für gedeihliche, über Generationen Früchte tragende Einwanderung: Ohne die Hugenotten, die einst aus Frankreich herüberkamen, stünde Amtsdirektor Gottfried Richter heute ohne seine bessere Hälfte, Ehefrau Angelika, da. In kleiner, lockerer Runde flossen bei der Eröffnung der Wanderausstellung „Fremde in Brandenburg?“ am Montagabend im Energie-Service-Center in Massen persönliche Überlegungen mit großer Politik zusammen. In allen Zeiten war es eine Herausforderung, mit der Integration von Menschen aus anderen Teilen der Welt umzugehen. Angesichts der aktuellen Bilder aus Chemnitz und Köthen wird deutlich, vor welcher Herausforderung Politik und Zivilgesellschaft heute erneut stehen. „Integration ist keine Einbahnstraße. Und wir brauchen einander“, betonte Wolfgang Balint, Vorsitzender des Landesverbandes Brandenburg der Europa-Union Deutschland. Dieser war es mit Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildung wichtig, in einer Wanderausstellung ein die Menschen seit Jahrhunderten beschäftigendes Thema ins Blickfeld zu rücken. Auf insgesamt zwölf Tafeln werden Schlaglichter auf Zuwanderung und deren Hintergründe gerichtet. Fazit: Brandenburg hat davon im Ergebnis profitiert.

Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski führte als Beispiel an, dass die ersten 43 unbegleiteten Jugendlichen, die in den Jahren 2015/2016 nach Elbe-Elster kamen, alle eine Lehre oder ein Studium begonnen haben und in der Wirtschaft gebraucht werden. Auswüchse von Fremdenfeindlichkeit, die mit einer demokratischen Gesellschaft nichts zu tun hätten, müsse man sich stellen. Immer unter der Maßgabe, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Haiko Tollmien aus Sallgast, Beisitzer im Landesvorstand der Europa-Union, verwies auf die noch verschwindend geringe Zahl von Unternehmen in Deutschland, die sich aktiv in Integration einbringen. Er schloss sich der Forderung von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller nach einem offeneren Handel der EU mit Afrika an. Dies könne auch die Migration bremsen.

Die Wanderausstellung „Fremde in Brandenburg – Integration gestern und heute“ ist noch bis zum 19. September, jeweils von 9 bis 15 Uhr, in Massen zu sehen. Nächste Station ist Lübben. Gern können noch weitere Kommunen, Schulen oder Einrichtungen ihr Interesse daran bekunden. Haiko Tollmien aus Sallgast, Beisitzer im Landesvorstand der Europa-Union, kann sich auch in Elbe-Elster noch weitere Stationen wie zum Beispiel Herzberg vorstellen.

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