ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Ich kaufe regional - Teil 2

Der feine Unterschied beim Regionalprodukt

Zwei Wochen vor Ostern hat Edeka-Händler Jens Muschter alle Hände voll zu tun: Ein Großteil der Osterprodukte sind bereits in die Regale geräumt, täglich kommen neue hinzu. Bei der Bestellung seines Sortiments achtet Muschter außerdem auf die möglichst regionale Herkunft. FOTO: Daniel Friedrich / LR

Finsterwalde. RUNDSCHAU-Reporter im Elbe-Elster-Supermarkt: So nah kommt der heimische Erzeuger den Kunden wirklich.

Egal ob Weihnachten oder Ostern: Für Discounter und Supermärkte gibt es vor den großen Feiertagen immer reichlich zu tun. Kurz vor Ostern müssen besonders viele Eier, Eierfarben und Süßwaren bestellt werden. Und auch das bereits gekochte und bunt bemalte Ei ist immer noch ein Renner. Das bestätigt der Inhaber des Edeka-Marktes in Finsterwalde, Jens Muschter. Eine immer größere Rolle spielen dabei auch regionale Produkte. Diese machen einen wichtigen Teil der Filial-Angebote aus und bieten zudem die Möglichkeit, individuell einzukaufen. „Regionale Produkte liefern einen hohen Wiedererkennungswert für den Verbraucher“, sagt Muschter.

Wenn die Qualität stimmt, so der Filialleiter, nimmt er auch gern Produkte neu in das Sortiment auf. Die seien mitunter etwas teurer als die industriell hergestellten Massenprodukte, stammten jedoch dafür echt aus der Region. Regional bedeutet für ihn dabei ein Umkreis von ungefähr 30 Kilometern – mal etwas mehr, mal etwas weniger. Das Mineralwasser aus Bad Liebenwerda beispielsweise würde Jens Muschter ebenso als Produkt aus dem näheren Umkreis bezeichnen wie das „Scharfe Gelb“ aus Senftenberg und Öl aus der Kanow-Mühle bei Golßen. Wichtig sei vor allem, dass die Wirtschaft im Umkreis gestärkt werde. So hat der Edeka-Kaufmann Lieferverträge mit zahlreichen Brandenburger Firmen, die Fleisch, Wurst, Gurken und Spirituosen liefern.

Für Heiko Tänzer, den Geschäftsführer des Senftenberger Likörherstellers „Scharfes Gelb“, sind Partnermärkte wie Edeka und Rewe eine wichtige Absatzsäule: „Wir generieren gut 60 Prozent unseres Umsatzes durch den Verkauf in Supermärkten und bei Einzelhändlern.“ Seit vier Jahren setze das Unternehmen auf diese Vertriebsform, die sich inzwischen gut bewährt habe. „Die Märkte sind faire Partner und stellen, bis auf bestimmte Liefermengen, die ich vorhalten muss, keine großen Bedingungen. In Discountern bieten wir unsere Produkte bewusst nicht an, weil wir unsere Ware nicht verramschen wollen“, sagt Tänzer. Dort würden die Preise durch Promo- und Rabatt-Aktionen stärker gedrückt. Genau das erlebte Lutz Tannenläufer, der in Massen einen kleinen Hofladen betreibt. „Ich halte viel von Nachhaltigkeit und verkaufe nur selbst erzeugte Lebensmittel.“ 1997 hat er seinen Laden eröffnet und anfangs seine Erzeugnisse an Großhändler verkauft. Doch als billiges Gemüse aus Osteuropa auch für seine Produkte den Preis drückte, rentierte sich dieses Geschäft nicht mehr. Aus der Not heraus wurde die Idee des Hofladens geboren. Seitdem läuft das Geschäft gut. Von April bis Ende Juni ist er sogar mit Verkaufsständen in der Region präsent und bietet unter anderem Spargel, Erdbeeren und Kartoffeln an.

top