ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Ermittlungen abgeschlossen

Staatsanwaltschaft klagt Groß Schacksdorfer Paar an

In diesem Mehrfamilienhaus in der Groß Schacksdorfer Waldsiedlung soll das Mädchen fast sechs Monate lang versteckt worden sein. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau

Cottbus/Groß Schacksdorf. Monatelang hatte ein Paar eine 13-Jährige vor der Polizei versteckt. Vorgeworfen wird der Mutter und ihrem Lebensgefährten sexueller Missbrauch.

Ein halbes Jahr lang hatte das Paar mit der Polizei und der Öffentlichkeit ein perfides Versteckspiel gespielt. Mit Plakaten und Aufrufen in Medien wurde nach der 13-Jährigen gesucht, dabei war sie insgeheim in einer der beiden Wohnungen, die die 52-jährige Mutter und ihr 46-jähriger Lebensbegleiter in der Waldsiedlung bei Groß Schacksdorf (Spree-Neiße) gemietet hatten. In einem Möbelstück wurde das Mädchen versteckt, als die Polizei vorbeikam – und laut Staatsanwaltschaft in beiden Wohnungen war.

Angeblich war die 13-Jährige nach einem Arztbesuch im Oktober 2017 verschwunden und nicht mehr in die Cottbuser Einrichtung zurückgekehrt, in der sie schon zwei Jahre lebte. So hieß es bei den mehrfach veröffentlichten Aufrufen, mit denen auch die Polizei um Mithilfe bei der Suche bat – auch im Raum Forst. Denn zur  Mutter durfte das Mädchen mit Erlaubnis des Jugendamtes nur an den Wochenenden.

Die Anklage lautet nicht auf Freiheitsberaubung, wie Staatsanwältin Petra Hertwig auf Nachfrage bestätigt, sondern auf Entziehung Minderjähriger in einem schweren Fall – denn die Mutter hatte zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Jahre nicht mehr das  Recht, über den Aufenthaltsort der älteren Tochter zu entscheiden. Zuständig war ein Jugendamt in Berlin.

top