Keime in Trinkwasser entdeckt

Einige Forster müssen Trinkwasser abkochen

Bei einer routinemäßigen Trinkwasseruntersuchung wurden Verunreinigungen festgestellt. Betroffen ist auch die Kreisverwaltung.FOTO: Frank Hilbert

Forst. Stadtwerke stellen Keime im Wasser fest. Auch Kreisverwaltung und OSZ sind betroffen.

Über unerwünschte Keime im Trinkwasser informiert Diana Loichen, Pressesprecherin der Stadtwerke Forst, am Montag. Im Rahmen der routinemäßigen Netzüberwachung sei die Verunreinigung mit coliformen Keimen bereits am Freitag festgestellt worden. Per Handzettel wurden die betroffenen Haushalte informiert, ihr Trinkwasser abzukochen, bevor es zum Trinken oder für die Zubereitung von Speisen verwendet wird.

Für Verwirrung sorgte das in den sozialen Netzwerken verbreitete Schreiben, weil Angaben zum betroffenen Bereich fehlten, so Loichen. Sie stellt deshalb am Montag klar, dass folgende Adressen betroffen sind: Richard-Wagner-Straße 28, 30, 32 und 44; Inselstraße 14, 16, 18, 22, 26, 28, 30 und 31; Jänickestraße 7, 15, 17, 19, 21, 23, 24, 25, 27, 28, 32, 36, 48 und 50 sowie die Kreisverwaltung und das Oberstufenzentrum in der Heinrich-Heine-Straße 1 sowie 14 und 16. Die Stadtwerke Forst versuchen nun, durch Rohrnetzspülungen das belastete Wasser aus den Leitungen zu holen. Dabei könne es zu Druckschwankungen und Verschmutzungen kommen, heißt es in der Mitteilung.

Bei den festgestellten Keimen handelt es sich um sogenannte Indikatorkeime, deren Auftreten im Trinkwasser regelmäßig untersucht wird. Werden sie nachgewiesen – so wie es jetzt im nordöstlichen Teil der Stadt Forst der Fall ist – muss der Versorger davon ausgehen, dass Verunreinigungen ins Trinkwasser gelangt sind und ordnet das Abkochen des entnommenen Wassers an. Coliforme Keime sind Mikroorganismen, die in menschlichen und tierischen Ausscheidungen vorkommen. Sie können auch außerhalb des Darms durch Fäulnis an Pflanzen entstehen, sich vermehren und längere Zeit überleben. Die Keime seien ein Hinweis auf eine biologische Verunreinigung des Wassers.

Zur Ursache der Verunreinigung wollten sich die Stadtwerke am Montag nicht äußeren. Für Mittwoch ist eine Pressekonferenz angekündigt, bei der Thomas Winkler von der Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg und Wolfgang Gäbler, Geschäftsführer der Stadtwerke Forst sprechen sollen.

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