ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Denkmale

Kletterer erhalten Avellis-Fabrik

Marco Rösler führt am Tag des offenen Denkmals durch das ehemalige Heizkraftwerk in der Inselstraße. Hier steht er vor einem der beiden Kesseln. FOTO: LR / Katrin Kunipatz

Verein engagiert sich im ehemaligen Heizkraftwerk. Es soll Museum und Trainingsort sein.

Die Avellis-Fabrik in der Inselstraße ist eine der vielen Industrieruinen in Forst. Erst auf den zweiten Blick offenbart die Backsteinfassade mit den teilweise zugemauerten oder kaputten Fenstern ihre Schönheit. Sorgfältig haben die Erbauer vor fast 100 Jahren mit den Ziegelsteinen Muster geschaffen, mit Absätzen die Fenstereinfassungen betont und Rundbögen gemauert. Zum Tag des offenen Denkmals kann man bei Führungen auch das Innere des Heizwerks erkunden.

Gebäude und Grundstück gehören seit drei Jahren dem International Ropenatics Verein. Vorsitzender ist Marco Rösler. Der Industriekletterer war bereits überall in Europa tätig. „Kleine Instandsetzungsarbeiten und Korrosionsschutz, Kontrollen und Prüfungen an Windkraftanlagen oder Tagebaugroßgeräten gehörten zu meinen Aufgaben“, berichtet der 39-Jährige. Nach vielen Jahren auf Montage kehrte der Forster in die Heimat zurück, auch um täglich bei seiner Familie sein zu können. Gemeinsam mit Frank Schmieder begab er sich auf die Suche nach einem Gebäude, in dem Industriekletterer und Sportkletterer gemeinsam trainieren können.

2015 waren die Umstände günstig. Während für andere Fabriken hohe monatliche Pachtgebühren aufgerufen wurden, wollte sich der Eigentümer von der Avellisfabrik trennen. Denn seit 2005 hatte der Cottbuser Hans-Jürgen Hetzschold versucht, aus dem Heizwerk ein Kultur- und Erlebniszentrum zu machen. Im Gespräch war auch ein deutsch-chinesisches Wissenschafts- und Präsentationszentrum. Umgesetzt wurde in einem Zeitraum von zehn Jahren wenig. Eigentümer Hetzschold ließ nach eigenen Angaben das Dach abdichten, die Fassade reinigen und verfugen. Vereinzelt fanden Musikpartys im Heizwerk statt, die Junge Gemeinde der evangelischen Kirche etablierte einen Andachtsraum und zum Schluss sollte ein Jugendklub für Leben sorgen. Dauerhaft war nichts.

top