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Friedhofskultur

Kolumbarium bleibt Besonderheit

Friedhofsmitarbeiter Steffen Hof bereitet eine Nische im Kolumbarium für die Bestattung vor. FOTO: LR / Katrin Kunipatz

Forst. Begräbniskultur im Wandel: professionell gepflegte Ruhegemeinschaft statt anonymer Wiese.

Einen dicken Ordner zieht Barbara Petri aus dem Regal. Darin kann die Leiterin der städtischen Friedhofsverwaltung schnell die Fakten zu jeder einzelnen Nische des Forster Kolumbariums nachschlagen. Dies sei nötig, wenn sie mit den Hinterbliebenen den passenden Platz für die Urne des Verstorbenen auswählt. „Beliebt sind Nischen auf Augenhöhe oder weiter unten, bei denen die Angehörigen den Namenszug auf der Nischenplatte berühren können“, erklärt Barbara Petri.

Vollständig belegt, wie es eine Leserin gegenüber der RUNDSCHAU kritisierte, sei das Kolumbarium aber nicht. „Vor allem in den oberen Reihen sind Urnennischen frei“, erklärt Petri. Denn nach 25 Jahren ist die Ruhezeit für eine Urne abgelaufen. Die Nische kann neu vergeben werden. Bis dahin bleiben aber die alte Nischenplatte mit Namen und Sterbedaten sowie die Urne im Kolumbarium.

Diese besondere Bestattungsanlage entstand in Forst mit dem Krematorium 1930. Insgesamt 2959 Tote können in den Einzel-, Doppel- und Vierernischen bestattet werden. Der Pflegeaufwand ist gering, entsprechend niedrig sind auch die Gebühren. Rund 250 Euro kosten Nutzung und Pflege einer Einzelstelle im Kolumbarium für 25 Jahre. Hinzu kommen Kosten für die Aufbahrung beziehungsweise den Abschied von der Urne oder die Nutzung der Trauerhalle. Laut  Barbara Petri sind die Gebühren für die Kleine Kapelle oder die Trauerhalle seit vielen Jahren unverändert. Unstrittig sei der schlechte Zustand der Trauerhallen in Groß Jamno, Bohrau und der bereits gesperrten Halle in Noßdorf.

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