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Laientheater

Jeder hat Bilder im Kopf

Rettungsdecken, stabile Seitenlage und Schuhe spielen bei "Bilder im Kopf" eine Rolle. Geprobt wird seit Wochen im Gästehaus der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde. FOTO: LR / Indrid Ebert

Forst. Ein Laientheaterstück mit Forster Bürgern soll den Umgang mit Vorurteilen bewusster machen. Das Konzept schließt an das Bauwagenprojekt an.

Vorurteile sind etwas Schlechtes und müssen unbedingt bekämpft werden. So ist die allgemeine Meinung, die auch aktuell immer wieder für Diskussionen und verhärtete Fronten auf allen Seiten sorgt. Vor allem aber seien Vorurteile menschlich, findet Manuela Kohlbacher vom Kompetenzzentrum Forst. „Kein Mensch ist frei von Vorurteilen. Das ist eine Tatsache, die man sich bewusst machen sollte“, sagt sie. Unter diesen Gesichtspunkten ist auch das Theaterstück „Bilder im Kopf“ entstanden, das Forster Bürger am kommenden Samstag auf die Bühne bringen werden. Im Stück sollen Vorurteile nicht verflucht, sondern vielmehr hinterfragt werden.

Ob Kopftuch oder Springerstiefel, ob dick oder dünn – wir alle bewerten Menschen, die uns gerade erst begegnet sind, innerhalb weniger Sekunden. Dass diese Bewertungen häufig aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes vorgenommen werden, ist ein unbewusster Prozess, den man lernen muss zu verstehen. „Man hat das Bedürfnis, sein Gegenüber einzuordnen. Das ist nicht verwerflich, sondern ein normaler Schutzmechanismus“, sagt Projektleiterin Manuela Kohlbacher vom Kompetenzzentrum Forst. „Entscheident ist nur, ob man auch bereit ist, die Schublade, in die man jemanden gesteckt hat, wieder zu öffnen“, ergänzt Kollegin Birthe Zenker. Denn auf den zweiten Blick würden die Dinge oftmals schon ganz anders aussehen.

Das Theaterprojekt wird von der Landeszentrale für politische Bildung gefördert. Im Vorfeld sind Forster Bürger gebeten worden, Geschichten einzusenden, die mit Bildern im Kopf zu tun haben. Insgesamt sind drei Geschichten bei einer Preisverleihung im September premiert worden. Eine stammt von Ingrid Ebert (70), die über ihre Erinnerungen an den 11. September und die damit verbundene Skepsis gegenüber Menschen mit Kopftüchern geschrieben hat. Fünf dieser Geschichten sind für ein Erzähltheaterstück ausgewählt worden. Zusammen mit den Theaterpädagoginnen Christine Lander aus Berlin und Dörte Hentschel aus Cottbus ist innerhalb von nur zwei Monaten das Theaterstück entstanden.

(the)
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