Horno

Warum es sich lohnt, an dasGute im Menschen zu glauben

Theaterzirkus Dresden sorgt für eine Premiere im Hornoer Krug.FOTO: Margit Jahn

Horno. Premiere im Hornoer Krug mit Till Eulenspiegel.

Till Eulenspiegel gastierte am Sonntagmachmittag in einer Premiere im „Hornoer Krug“. Eingeladen hatte Thoralf Hass, der mit dieser Spielstätte sowie dem Theaterzirkus Dresden Neuland als Veranstaltungsleiter betrat. Wichtig ist ihm, „dass die Kultur in Forst weiter erhalten bleibt“.

Die Besucher wurden mit einem in Melancholie verfallenen Till Eulenspiegel konfrontiert, der sich nach 30 Jahren als Unterhaltungsgaukler und mit seinem besten Freund, der immer vollen Flasche, durchs Leben mogelt. Das Publikum forderte er auf, die linken Schuhe auszuziehen. Diesen Trick wollte er als Ausgleichsbalance für seinen Balancierstab benutzen. Till, gespielt von Tom Quaas, ist sichtlich vom Leben gezeichnet. Seine einzige Freundin ist die Puppe Anna, die in seiner Garderoben-Schublade wohnt. Nach Tills traurigem Resümee „Ich bin einsam und allein“ antwortet sie stets „Ich finde dich toll“. Irgendwann kreuzt Carlo, gespielt von Cordula Hanns, auf. Er hält dem gealterten und vom Leben frustrierten Till einen Spiegel vors Gesicht. Diese Wahrheit ist brutal. Dennoch glaubt der junge Carlo an sein Idol: „Sie waren der Spiegel der gesamten Nation. Sie haben die Menschen geprägt.“

Zwischen den Dialogen gab es Musik vom Keyboard oder Akkordeon, gespielt von Paul Hoorn. Till oder Carlo sangen dazu. Es ist eine ernste, recht düstere Stunde, in der Till Eulenspiegel seinem Publikum begegnet. „Nimm mich mit ans andere Ufer, alle Brücken sind zerstört“, singt er. Das Lied unterstreicht sein freudloses Leben.

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