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Dann kam der erlösende 3. Januar, an dem Denise Ullrich die Kraft hatte, ihre Augen zu öffnen. „Ein schönes Gefühl“, berichtet ihr Mann – und auch davon, dass sie davon sprach, nun Weihnachtsgeschenke kaufen zu wollen. Ende Februar konnte Denise Ullrich keine weißen Wände mehr sehen und entließ sich selbst. Zu Hause warteten ein Rollator und ein Rollstuhl, da sie noch immer sehr geschwächt war. Als sie sich wieder etwas aufgerappelt hatte, kam im April der nächste Rückschlag: die Infektionskrankheit Toxoplasmose. Wieder musste sie einen Monat im  Dresdner Krankenhaus verbringen. Durch das geschwächte Immunsystem fing sie sich danach noch einen Pilz im Mund ein, musste bis Ende Juni Kosmonautennahrung zu sich nehmen.

Seit Juli geht es aber aufwärts, wenn auch in kleinen Schritten. Wäsche aufhängen oder Einkäufe erledigen, das klappe schon wieder, berichtet Denise Ullrich. Dass sie wieder am Leben und der Normalität teilhaben will, zeigt auch, dass sie vor drei Wochen mit ihrem Mann beim Vanessa-Mai-Konzert im Rosengarten war, am Wochenende zur Steher-Europameisterschaft nach Erfurt fährt und nächste Woche zum Forster Sattelfest geht. „Ich bin glücklich und zufrieden, wie es jetzt ist“, sagt Denise Ullrich. Der Krebs sei nicht mehr sichtbar und bleibe das hoffentlich. „Denn mein Ziel ist es, spätestens 2020 wieder arbeiten zu gehen“, sagt sie. Der nächste wichtige Schritt sei eine Reha, um ihre Muskeln aufzubauen.

Denn das ist es, was die Familie in dieser schweren Zeit gelernt hat: zu unterscheiden, was wirklich wichtig ist im Leben. „Ich bin viel gelassener geworden – und wir sagen jetzt auch öfter mal Nein’“, so Jens Ullrich. Für den Zuspruch und die Hilfsangebote der vielen Forster möchten sich die Ullrichs noch einmal bedanken: „Auch wenn wir nicht geschafft haben, auf alles zu reagieren.“

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