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Lebendige Jugend im Dorf

Speckschneiden als Eintrittkarte

Sie sind der Jugendclub Sacro – nur einer fehlt auf dem Foto, weil er noch arbeiten war. Die 15- bis 20-Jährigen organisieren jetzt die Feier zum 50-jährigen Bestehen des Vereins. Sonst planen sie die Fastnacht, das Osterfeuer und das Maibaumaufstellen. FOTO: LR / Katrin Kunipatz

Sacro. Den Sarcroer Jugendclub gibt es seit 50 Jahren. Das Jubiläum wird am 15. September gefeiert.

Es mutet seltsam an: Junge Frauen und Männer, im Alter zwischen 15 und 20 Jahren und bereiten das 50-jährige Jubiläum ihres Jugendclubs vor. Für Franziska Keßler, Jonas Falke, Maximilian Peter und die anderen Vereinsmitglieder ist es selbstverständlich dieses halbe Jahrhundert Jugendclub Sacro gebührend zu feiern.

Die Drei bilden seit zwei Jahren den Vereinsvorstand und führen eine Tradition fort, die länger Bestand hat als ihr eigenes Leben. 1968 benennt die Chronik des Jugendclubs als Gründungsjahr. Damals wurde die FDJ-Gruppe im Dorf aufgelöst, um die Jugend zusammenzubringen, wurde der Club gegründet. Erster Chef war Manfred Rauch. Weitere folgten. Immer gab es junge Leute, die von älteren Freunden oder Geschwistern mitgebracht wurden.

Nachwuchs war und ist nötig, weil die Zeit im Club begrenzt ist. Nach der Heirat oder dem 30. Geburtstag ist Schluss. Dran hat sich genauso wenig geändert, wie am Eintrittsritual. „Die Anwärter müssen nach dem Zampern den Speck schneiden, auslassen und Schmalzstullen schmieren“, berichtet Franziska Keßler. Nach der Jugendweihe dürfen sie dann mit allen anderen in der Kapelle laufen. „Nur gibt es heute deutlich weniger Leute pro Jahrgang“, bemerkt Jonas Falke, dessen Mutter ebenfalls Mitglied im Sacroer Jugendclub war. Waren es damals in jedem Jahr über zehn Jugendliche, seien es heute nur ein bis zwei, so Franziska Keßler. Geblieben sind die Aufgaben. „Traditionell organisiert der Jugendclub die Fastnacht, das Maibaumaufstellen und das Osterfeuer“, erklärt die 20-Jährige. Früher habe es auch noch verschiedene Tanzveranstaltungen und Maskenbälle gegeben. Doch es sei schwierig genügend Leute ins Gasthaus zu holen, um mit dem Eintritt die Ausgaben decken zu können.

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