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Versicherungsfall

Unversichert bei Unfall – wer zahlt?

Normalerweise ist fast jeder haftpflichtversichert. Und Asylbewerber? FOTO: fotolia / juefraphoto/fotolia

Forst. Ein Asylbewerber fährt gegen ein Auto. Die Fahrerin hofft auf Hilfe von der Ausländerbehörde und wird enttäuscht.

Auf der Straße vorm Haus knallt es. Aufgeschreckt tritt Simone Schulz (Name geändert) vor die Tür. Ein Radfahrer ist gegen ihr parkendes Auto gekracht. Rettungsdienst und Polizei werden gerufen. Der junge Mann entschuldigt sich bei Simone Schulz. Bei der Unfallaufnahme stellt sich heraus, der 30-Jährige ist ein in Sacro lebender Asylbewerber. An diesem Nachmittag im Juli will er ins Krankenhaus, weil es im nicht gut geht. Nach dem Sturz übernimmt der Rettungsdienst den Rest der Strecke.

Die Autofahrerin bleibt mit dem beschädigten Fahrzeug zurück. Heckscheibe, Rücklicht und Stoßstange haben deutliche Kratzer – eine Reparatur ist unumgänglich. Spätestens bei der Rückgabe des Leasingfahrzeugs gebe es sonst Probleme, so Schulz. Noch am nächsten Tag lässt sie in ihrer Werkstatt einen Kostenvoranschlag für die Reparatur machen: 2300 Euro rechnet das Autohaus zusammen.

Für Simone Schulz stellt sich nun die Frage: Wer bezahlt ihr den Schaden? Eine Haftpflichtversicherung hat der Asylbewerber nicht. Von der Polizei erhält sie den Hinweis, sich an die Ausländerbehörde zu wenden. Schulz schreibt dem Landkreis, legt die Unfallmitteilung und den Kostenvoranschlag dazu. Ihr Schreiben wird an die Stadt Cottbus weitergeleitet, die im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit die Aufgaben der Ausländerbehörde erledigt, teilt Matthias Händler von der Pressestelle des Spree-Neiße-Kreises mit.

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